Oberengstringen
Beliebter Service: Die Einwohner nutzten den Rotkreuz-Fahrdienst im letzten Jahr über 1800-mal

Die Oberengstringerinnen und Oberengstringer fuhren im letzten Jahr rund 15'000 Kilometer mit dem Fahrdienst des Roten Kreuzes. Die meisten nützen das Angebot für medizinische Termine.

Lydia Lippuner
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Unterwegs in wohltätiger Mission: Die Freiwilligen benützen für den Rotkreuz-Fahrdienst ihr eigenes Auto.

Unterwegs in wohltätiger Mission: Die Freiwilligen benützen für den Rotkreuz-Fahrdienst ihr eigenes Auto.

Hanspeter Bärtschi

Physiobesuch, Arzttermin oder Fusspflege: Besonders ältere Leute, die nicht mehr gut zu Fuss sind, nehmen für solche medizinischen Termine gerne den Rotkreuz-Fahrdienst in Anspruch. Aufgrund von entsprechenden Anfragen beim Oberengstringer Sozialdienst kann man seit zwei Jahren die Rotkreuzfahrten in der Gemeinde – bei vorhandener Kapazität – auch für eine Fahrt auf den Friedhof, der sich etwas oberhalb des Dorfkerns am Waldrand befindet, buchen. Eine Zwischenbilanz zeigt, dass dieses Angebot eher wenig genutzt wird.

Eine solche sogenannt gesellschaftliche Fahrt sei nur dann möglich, wenn genug Fahrer im Einsatz seien, sagt Manuela Looser, Leiterin Entlastung und Geschäftsleitungsmitglied des Roten Kreuzes Kanton Zürich. «Es gibt vereinzelt gesellschaftliche Fahrten. Die Hauptnachfrage gilt jedoch den medizinisch indizierten Fahrten», so Looser. Da dazu auch unverzichtbare Termine wie etwa eine Dialyse gehören, haben sie Vorrang und werden wann immer möglich angeboten.

Um die Planung zu erleichtern, müssen die Fahrten drei Tage vorher bei der Zentrale des Rotkreuz-Fahrdienstes angemeldet werden. Dort wird die Anfrage aufgenommen und an die entsprechenden Freiwilligen weitergeleitet.

Viele Männer engagieren sich im Fahrdienst

Die Fahrten in Oberengstringen werden momentan von insgesamt 16 freiwilligen Helferinnen und Helfern übernommen. «Diese sind in der Regel über 65 Jahre alt und erhalten eine Spesenentschädigung von 70 Rappen pro gefahrenen Kilometer», sagt Looser. Untypisch für die oft von Frauen dominierte Freiwilligenarbeit sei, dass beim Fahrdienst mehr Männer als Frauen engagiert seien.

In den vergangenen Jahren habe die Zahl der Fahrten kantonsweit stetig zugenommen. Dies sei aber nicht unbedingt auf die Coronapandemie zurückzuführen, sondern hänge mit der demografischen Entwicklung zusammen. «Es gibt immer mehr Senioren, die unsere Dienste beanspruchen», sagt Looser. In Oberengstringen seien im vergangenen Jahr 1873 Einsätze durchgeführt worden, dabei fuhren die Freiwilligen rund 15'000 Kilometer.

Anfragen schwankten analog zu den Corona-Fallzahlen

Wegen der Coronapandemie seien die Anzahl der Anfragen jedoch schwankend: So wollten sich die Senioren in Zeiten mit steigenden Fallzahlen möglichst wenig nach draussen begeben. Das hat sich laut Looser aber schnell wieder geändert, als die Ansteckungszahlen sanken. Zudem seien die jungen Fahrerinnen und Fahrer, die sich während des Lockdowns engagierten, wieder abgesprungen, als die Massnahmen gelockert wurden. Deshalb sucht Looser nun weiter nach Freiwilligen, die die meist älteren Kundinnen und Kunden durch Oberengstringen fahren.

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