Prostitution

Oben-ohne-Protest gegen Prostitution am Sihlquai

Vier Aktivistinnen der ukrainischen Gruppierung Femen haben am Donnerstag für einen Stau am Zürcher Sihlquai gesorgt: Mit nackten Brüsten und als Prostituierte verkleidet demonstrierten sie am Strassenstrich gegen Prostitution.

Dass in Zürich Sexboxen für den Strassenstrich gebaut werden sollen, ist offenbar auch im Herkunftsland der Femen-Frauen zum Thema geworden. Sie finde diese Boxen eine schreckliche Idee, sagte eine der Aktivistinnen. So würde die Prostitution nur gefördert.

Die Aktivistinnen von Femen wehren sich mit ihren Aktionen gegen jegliche Form der Prostitution und wählen ein gängiges Mittel, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen: Sie ziehen sich aus.

So auch am Zürcher Sihlquai, wo sich die Frauen zuerst als Prostituierte verkleidet in Plastikfolie einwickeln liessen und anschliessend oben ohne den Autoverkehr blockierten.

«Nur wenn wir nackt sind, hört man uns zu»

Dass sie sich für ihren Protest gegen Prostitution ausgerechnet selber ausziehen, ist für die Frauen kein Problem. «Wir wissen, dass uns niemand zuhört, wenn wir nicht nackt sind», sagte eine der Aktivistinnen. Deshalb würden sie dem Publikum das geben, was es wolle, um so ihre Gesellschaftskritik anbringen zu können.

Brüsten gegen Brustitution

Brüsten gegen Brustitution

In anderen Städten und Ländern werden die Aktivistinnen meistens verhaftet - nicht so in Zürich. Weil sie den Verkehr nur für kurze Zeit aufhielten, konnten sie ihren Protest von der Polizei unbehelligt durchführen.

Berufsschüler als Zaungäste

Zahlreiche Schüler der nahe gelegenen Berufsschule verfolgten das Spektakel und hielten die Kameras ihrer Telefone auf die Frauen gerichtet, wobei sie allerdings wohl mehr an den Brüsten als an der Gesellschaftskritik interessiert waren.

Unter die vielen Schaulustigen mischten sich auch Carmen Walker Späh, die Präsidentin der FDP Frauen Schweiz, sowie die Generalsekretärin der FDP-Frauen, Claudine Esseiva. Letztere musste für ihren Oben-Ohne-Auftritt auf einem Plakat für die Nationalratswahlen viel Häme einstecken.

Beiden gefiel die Aktion. Dass sich die Frauen für ihr Anliegen ausziehen ist für beide kein Widerspruch. Wenn es so gelinge, die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken, sei das in Ordnung, sagte Walker Späh. Für sie selber komme das aber nicht in Frage.

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