Der Winter macht Peter Hämmerli schwer zu schaffen. Er friert. Er zittert. Schneidet sich beim Rasieren den Kopf blutig. Aber er gibt sich kämpferisch: "Du kannst ja nicht 24 Stunden im Schlafsack liegen", sagt Hämmerli.

Ein SRF-Reporterteam hat den 65-Jährigen während eines Jahres begleitet. Die Kamera war dabei, als Peter einen neuen Schlafplatz suchte, als er sich wusch, als er ausrastete und die Reporter anschrie. Peter lebt auf der Strasse, obwohl er keine Familientragödie, keine Sucht hinter sich hat. Es ist ein selbstbestimmtes Leben, das er führt. Trotzdem fühlt er sich manchmal alleine, sagt: "Ich hätte gerne eine Bezugsperson."

Was ihn allerdings nervt, sind Gaffer: "Das ist ein Seich." Nichts könne er tun, ohne dass ihm jemand dabei zuschaue, sagt er zu "SRF".

Die Sache mit dem Essen

Peter freut sich aber über all jene, die ihm etwas Essbares bringen. Oft kämen die gleichen Dinge, dann werde es zuweilen etwas monoton. Peter ist gleichwohl dankbar: "Generell ist das cheibe schön."

Peter geht auch selbst auf Essensbeschaffung. Am Wochenende bedeutet das: früh aufstehen. Denn wenn die Reinigungstrupps der Stadtreinigung einmal durch die Langstrasse sind, sind Peters Mahlzeiten weg. Er isst Angebissenes, isst auch Happen aus dem Abfalleimer – aber nichts Dreckiges. Er will nicht krank werden. Als er um halb sechs Uhr an der Partymeile eintrifft, ist es schon fast zu spät.

"Dann hätte ich überhaupt nichts mehr"

Ob er denn in ein betreutes WG-Projekt übersiedeln würde, fragen ihn die Reporter. "Die Vorstellung, aus meinem Leben rauszukommen, ist absurd", entgegnet Peter. Er ist sich sicher, dass er binnen weniger Wochen wieder rausfaulen würde. "Dann hätte ich überhaupt nichts mehr."

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