Zürich
Nur noch die Hälfte der Kunden: Steht das Niederdorf vor dem Untergang?

Erst Starbucks, nun Mc Donald's: Für viele Geschäfte ist das Niederdorf nicht mehr rentabel. Ausbleibende Kunden und horrende Mieten machen ihnen zu schaffen. Auch der Quartierverein zeigt sich besorgt.

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Wo früher tausende Besucher vom Central bis zur Stüssihofstatt flanierten, herrscht heute vor allem unter der Woche gähnende Leere. Die ausbleibende Kundschaft hinterlässt ihre Spuren: Nachdem die Filiale der amerikanischen Kaffeekette Starbucks ihren Rückzug aus dem Niederdorf bekannt gab, zieht auch Burger-Gigant Mc Donald's nach.

"Wir wollen mit unseren Restaurants immer dort sein, wo sich das Leben unserer Gäste abspielt", lautet die Begründung von Mc Donald's Schweiz gemäss "TeleZüri". Heutzutage seien andere Quartiere als das Niederdorf das Zentrum für Shopping, Arbeit und Ausgang. Die neuen boomenden Viertel wie beispielsweise Züri-West sind aber nur ein Grund für den anhaltenden Niedergang. Auch die horrenden Mieten machen vielen Geschäften zu schaffen.

Auch die Stadt trägt Verantwortung

Die Probleme des Niederdorfes sind zwar nicht neu, mit dem Auszug der Giganten jedoch erst richtig publik geworden. Auch die Kleingewerbler leiden schon lange unter hohen Mieten und einer tiefen Anzahl Kunden. André Nogatsch ist Besitzer der Boutique "Zipper". Nach seiner Einschätzung hat sich die Frequenz um gut 50 Prozent reduziert.

Seit 20 Jahren betreibt er sein Geschäft im Niederdörfli und das soll auch so bleiben. Um überleben zu können, spart er bei den Personalkosten. So bedienen viel weniger Festangestellte die spärlichen Kunden. Ausserdem kaufe er seine Produkte nun bewusster ein.

Auch Peter Rothenhäusler, Präsident des Quartiervereins "Zürich 1 rechts der Limmat", zeigt sich gegenüber "TeleZüri" besorgt um die malerischen Gassen des Niederdorfs. Für ihn ist klar: Das "Dörfli", wie es liebevoll unter Zürchern genannt wird, muss neu aufleben, sonst werden immer mehr Läden schliessen. Die Schuld für den Niedergang sei aber auch der Stadt zuzuschreiben. "Zürich müsste seine Läden und Liegenschaften zu attraktiven Preisen vermieten, sodass junge, innovative Unternehmen angezogen werden", ist er überzeugt.