Zürcher Kantonsrat
Nur im Winter sollen Heizpilze verboten werden

Der Zürcher Kantonsrat hat zum umstrittenen Thema Heizpilze einen Kompromiss beschlossen: An kühlen Frühlings- und Herbstabenden sollen solche mobile Heizgeräte vor Restaurants zulässig sein.

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Heizpilze werden nicht ganz verboten (Archiv)

Heizpilze werden nicht ganz verboten (Archiv)

Limmattaler Zeitung

Der Antrag von SP, Grünen und Grünliberalen, die Heizpilze ganz zu verbieten, scheiterte am Montag mit 90 zu 75 Stimmen. Die drei Fraktionen hatten eine Regelung im Energiegesetz verlangt, wonach Heizungen im Freien prinzipiell nur mit erneuerbarer Energie oder nicht anders nutzbarer Abwärme betrieben werden dürften.

Mit 115 zu 50 Stimmen abgelehnt wurde auch die Forderung der SVP, ganz auf einen Heizpilz-Artikel zu verzichten und damit den Gemeinden zu überlassen, ob sie Heizungen im Freien zulassen wollen.

Gutgeheissen wurde der Kommissions-Kompromiss, wonach vom 1. März bis 31. Oktober zur Beheizung von Restaurant-Aussenräumen Heizpilze mit einer Leistung von höchstens 8 Kilowatt erlaubt sind.

Kein Verbot von Freiluftbad-Beheizung

Gescheitert sind SP, Grüne und GLP auch mit dem Antrag, die Beheizung von Freiluftbädern mit Wärmepumpen zu verbieten. Beschlossen wurde mit 94 zu 74 Stimmen eine Regelung, wonach Bäder im Freien mit elektrischen Wärmepumpen geheizt werden dürfen, wenn die Wasserfläche gegen Wärmeverluste abgedeckt werden kann.

Weiter will der Kantonsrat eine Reduktion der Anzahl Elektroheizungen erreichen. Neue solche Heizungen dürfen nicht mehr installiert werden. Bestehende Elektroheizungen dürfen nur durch gleiche Anlagen ersetzt werden, wenn kein Wasserverteilsystem existiert.

Der Antrag von SP, Grünen und GLP, auch keinen Ersatz von ortsfesten Elektroheizungen für Einzelräume mehr zuzulassen, wurde mit 90 zu 77 Stimmen abgelehnt. Knapp mit 84 zu 81 Stimmen sprach sich der Kantonsrat dafür aus, dem Regierungsrat die Kompetenz zu geben, für bestimmte Bauten die Erstellung eines Gebäudeenergieausweises (GEAK) verlangen zu können.

Keine Heizwärme-Zähler für alle Wohnungen

Zu Beginn der Beratung des Energiegesetzes im März waren SP, Grüne und GLP mit ihren Anträgen durchwegs gescheitert, die mehr Energieeffizienz bei Gebäuden hätten bringen sollen. Abgelehnt wurde die Forderung nach individuellen Zählern für den Wärmeverbrauch bei allen neu gebauten Wohnungen.

Die Zähler sind nun nur für Gebäude ab fünf Wohnungen Vorschrift. In bestehenden Gebäuden müssen sie bei Gesamtsanierungen des Heizungs- oder des Warmwassersystems eingebaut werden.

Der Kantonsrat will auch nicht alle Gemeinden mit mehr als 3000 Einwohnern dazu verpflichten, eine Energieplanung durchzuführen. Der für Neubauten zulässige Energieverbrauch aus Heizöl und Atomstrom wird nicht auf 60 Prozent begrenzt, wie die grünen und linken Parteien verlangten. Der Wert wurde auf höchstens 80 Prozent festgelegt.

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