Zürich
Nur ein Zufall oder Kopie? - Interio verkauft gleiche Tische wie Künstler

Das Einrichtungshaus Interio bietet in ihrem Sortiment Tische an, die jenen von Künstler Adrian Humbel zum Verwechseln ähnlich sehen. Plagiatsvorwürfe weist der Möbelgigant zurück.

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Adrian Humbel ist als Bild- und Metallhauer in seinem Altstettener Atelier tätig. Vor rund zwei Jahren entwickelte er ein Möbelkonzept, welches erlaubt, Tischchen beliebig mit auswechselbaren Platten zu bestücken. Es sind einfache Pflanzentische aus einem Stahlgerüst. Dazu lassen sich Kacheln kaufen, die je nach Wunsch in verschiedenen Mustern und Farben die Oberfläche dekorieren.

Mit einem Blick in den Interio-Katalog kommt jedoch der Schock: Das Unternehmen, welches seinen Hauptsitz in Dietikon hat, bietet dasselbe Konzept von Tischchen an. Doch nicht nur das: auch die Designs der Kacheln entsprechen Humbels Produkt. Einziger Unterschied: Humbel schweisst die Stahlprofile von Hand zusammen, während Interio gebogene Bleche verwendet. Damit kann Interio ihre Stücke fast dreimal günstiger anbieten als der Metallhauer.

Nur ein Zufall?

Reto Waidacher, Unternehmensleiter von Interio, äussert sich schriftlich zu den Vorwürfen. «Bewusst kopiert hat Interio sicher nicht», schreibt er. Kacheln auf Möbelstücken seien momentan sehr gefragt. Er glaube nicht, dass ein Plagiatsvorwurf angebracht sei.

Wieso die beiden Produkte die exakt gleiche Grösse besitzen, ist für Waidacher gemäss «Tagesanzeiger» schnell erklärt: Da die Zementfliesen eine Einheitsgrösse besitzen, komme gar keine andere Gestaltung der Möbel in Frage.

Auch dass die Kacheln dasselbe Design aufweisen, findet Waidacher nicht weiter verwunderlich. Aufgrund von Recherchen einer Interio-Einkäuferin hätten sie in Vietnam viele Hersteller gefunden, die mit den gleichen Motiven arbeiten würden. (sm)