Nun ist es definitiv – in Rümlang wird ein Bundesasylzentrum entstehen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde vom Bund, dem Kanton Zürich sowie auch von der Gemeine Rümlang gemeinsam unterzeichnet. Dies bestätigten die zuständigen Politiker und Behördenvertreter gestern an einer kurzen Pressekonferenz im Gemeindehaus von Rümlang. Die Standortplanung für die künftigen Bundesasylzentren im Kanton Zürich ist damit abgeschlossen.

Man sei bereits im Sommer 2016 mit diesen Plänen des Bundes konfrontiert worden, sagte Gemeindepräsident Thomas Hardegger (SP). «Glauben sie mir, wir waren ganz und gar nicht begeistert», meinte er später auch im überquillenden Gemeindesaal vor der Bevölkerung. Das wiederholte auch die Sozialvorsteherin der Gemeinde, Rosita Buchli (SVP). Schliesslich sei Rümlang auch gar nichts anderes übrig geblieben, als einen möglichst guten Handel abzuschliessen mit Bund und Kanton, was dem Gemeinderat nun auch weitgehend gelungen sei, fanden die beiden.

Kosten werden übernommen

Zum Deal mit den übergeordneten Stellen gehört, dass Rümlang nämlich schon ab nächstem Jahr schrittweise von der allgemeinen Unterbringungs- und Fürsorgepflicht von Asylbewerbern entbunden wird. Ab 2021, also schon zwei Jahre vor Inbetriebnahme des Bundeszentrums, muss Rümlang sodann gar keine Asylsuchenden mehr beherbergen und auch keine neuen mehr aufnehmen, wenn das Kontingent dereinst erhöht werden sollte. «Alle künftig anfallenden Kosten und Aufwände im Zusammenhang mit dem Asylwesen in Rümlang wird der Kanton oder der Bund tragen», bestätigten alle Beteiligten vor den gegen 500 Zuhörern im Gemeindesaal.

Barbara Büschi vom Staatssekretariat für Migration gab zu verstehen, dass Rümlang auch wegen seiner Nähe zum Flughafen auserkoren worden sei. Die künftige Anlage werde nämlich, genau so wie jene in Embrach, ein reines Ausreisezentrum sein. Ausserdem sei es das kleinste aller Bundeszentren mit den vereinbarten 150 Plätzen. Für den Standort hätte ausserdem die militärische Anlage «Camp Haselbach» gesprochen. «Diese war ohnehin schon im Besitz des Bundes», meinte Gemeindepräsident Hardegger und liess durchblicken, dass er diese Ausgangslage auch lieber anders gehabt hätte, zumal Rümlang schon einige andere Lasten trage, allen voran die Auswirkungen des nahen Flugbetriebes.

Auf Ende 2021 wird das Militär dort abziehen, sodass die Anlage umgerüstet werde. Bundesbeamtin Büschi sprach von Investitionen in der Höhe von 20 Millionen Franken, die auch in Aufträgen an regionale Firmen fliessen würden. Frühestens ab 2023 wird das besagte Areal sodann als Bundesasylzentrum genutzt werden können.