Das Warten hat ein Ende. Der Direktor des Landesmuseums, Andreas Spillmann, konnte mit Freude verkünden, dass der Spatenstich für den Annexbau, der dem Museum die längst benötigten zusätzlichen Flächen beschert, nun am 2. März stattfindet. «Das werden wir gebührend feiern», versprach er. Im Sommer 2016 soll der Bau eröffnet werden.

Es war ein langer Weg, der zurückzulegen war. Bereits 2002 hatte das junge Architektenteam Emanuel Christ und Christoph Gantenbein überraschend den Architekturwettbewerb für den Erweiterungsbau gewonnen. Auf politischen Druck hin wurde das Bauvorhaben dann um ein Drittel verkleinert, und anschliessend waren noch zwei Volksabstimmungen in der Stadt Zürich und im Kanton zu absolvieren, bis gesichert war, dass die Stadt den Bauplatz im Wert von 10 Millionen Franken zur Verfügung stellt und der Kanton aus dem Lotteriefonds einen Beitrag von 20 Millionen Franken leistet; den Löwenanteil der Kosten – 76 Millionen Franken – trägt der Bund. An die Gesamtkosten von 111 Millionen Franken werden von privater Seite 5 Millionen Franken beigesteuert.

Geduld gefragt

Geduld war auch gefragt, bis das Bundesgericht im Juli 2011 die letzte Beschwerde erledigt hatte; zunächst hatte das oberste Gericht festgestellt, dass der Kantonsbeitrag dem fakultativen Referendum unterstellt werden müsse, doch auf eine zweite Beschwerde nach der Abstimmung trat das Gericht nicht mehr ein.

Für das Landesmuseum hat der Baubeginn zur Folge, dass man jetzt Planungssicherheit gewinnt. «Bisher hatten wir immer mit zwei Varianten zu planen», sagte Spillmann. «Wir mussten uns fragen: Was können wir anbieten, wenn der Erweiterungsbau weiter auf sich warten lässt und was können wir programmieren, wenn es vorwärts geht?»

Jetzt geht es vorwärts. Die neu vorgesehenen Räume schaffen Platz für grossflächige, wandelbare Ausstellungshallen, ein Auditorium, die Bibliothek und ein Studienzentrum; insbesondere sollen Studierende besseren Zugang erhalten zu den Sammlungen in den Bereichen Textil, Grafik, Fotografie und Numismatik.

Sanierung des Altbaus geht weiter

Gleichzeitig mit dem Hochziehen des Neubaus erfolgt die Sanierung des Kunstgewerbeschulflügels, der gegen die Limmat hin gelegen ist und früher der Kunstgewerbeschule diente.

Nach Abschluss dieser Arbeiten im Jahr 2015 oder 2016 kommt dann die Sanierung der letzten Teile des Altbaus an die Reihe, nämlich des Ost- und des Westflügels. Der Hauptteil wurde bereits 2009 saniert, dieser musste eine Zeit lang sogar abgestützt werden, weil die Tragfähigkeit nicht mehr gegeben war.