Zürich

Notgrabung bringt eine der ältesten Abfalldeponien der Stadt zum Vorschein

Detail einer Keramikkachel eines Kachelofens. Fraumünsterquartier. Stadt Zürich, Amt für Städtebau, Archäologie..jpg

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Bei einer Notgrabung im Fraumünsterquartier in Zürich sind Archäologen unter anderem auf auf eine der ältesten Abfalldeponien der Stadt gestossen. Metallfunde, Ofenkacheln und Tongefässe kamen ans Tageslicht.

Im Landesmuseum Zürich werden die Funde zum ersten Mal gezeigt.

Die Stadtarchäologie Zürich begleitet seit Januar 2013 die laufenden Tiefbauarbeiten im Fraumünsterquartier. Dabei entdeckten die Fachleute über 150'000 Funde sowie zahlreiche Siedlungsreste aus der Zeit zwischen dem 7. Jahrhundert bis zur Neuzeit, wie das Landesmuseum am Dienstag mitteilte.

Unmittelbar vor der Stadtmauer stiessen die Archäologen auf die Abfallschichten aus dem Spätmittelalter. Der "Unrat" gibt Aufschluss über den Alltag und die Lebensumstände in Zürich zu jener Zeit. Bis Ende September überlässt das Amt für Städtebau der Stadt Zürich dem Landesmuseum seine kostbaren Funde.

Zu sehen sind Ofenkacheln, Tonstatuetten sowie Rosenkranzfragmente. Sie ergänzen die Ausstellung "Archäologie. Schätze aus dem Schweizerischen Nationalmuseum" die über 400 Fundstücke zeigt, wie einen Lochstab mit eingeritzten Pferden, Hals- und Armringe des Goldschatzes von Erstfeld (4. Jh. v. Chr.) und die Schale von Zürich-Altstetten (1500-1000 v. Chr.).

Die archäologische Sammlung ist einer der Grundpfeiler des Nationalmuseums, wie es in der Mitteilung heisst. Im Rahmen der laufenden Sanierungs- und Bauarbeiten musste die archäologische Dauerausstellung im Jahr 2009 geräumt werden. Die Highlights kehren nun bis Dezember ins Landesmuseum zurück. 2016 wird dann eine neue Dauerausstellung Archäologie im Erweiterungsbau eröffnet. (sda)

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