Suizidprävention
Notfalltelefon auf dem Eschenbergturm soll Suizidgefährdeten helfen

Auf dem Eschenbergturm in Winterthur soll versuchsweise ein Notfalltelefon installiert werden. Es soll Verzweifelte direkt mit der Dargebotenen Hand verbinden und so Suizide verhindern.

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Eschenbergturm bei Winterthur

Eschenbergturm bei Winterthur

zvg

Der Winterthurer Stadtrat beabsichtige auf dem Eschenbergturm ein solarstrombetriebenes Notfalltelefon mit einer Direktverbindung zur «Dargebotenen Hand» versuchsweise in Betrieb zu nehmen, schreibt er in einer am Freitag veröffentlichten Antwort auf eine Schriftliche Anfrage der GLP.

Die Installation des Telefons erfolgt im Rahmen der anstehenden Sanierung des Turms. Die Anschaffungs- und Montagekosten belaufen sich auf rund 12'000 Franken.

Die Regionalstelle «Dargebotene Hand Winterthur, Schaffhausen, Frauenfeld» habe ihre Bereitschaft signalisiert, als Anlaufstelle mitzuwirken.

Der Stadtrat schreibt weiter, dass es in Winterthur «glücklicherweise keine Örtlichkeiten mit speziell grosser Suizidhäufigkeit» gebe. Seit dem Jahr 2000 wurden beim Eschenbergturm neun Suizide registriert, beim Brühlbergturm zwei Suizide.

Jeder Suizid sei aber einer zu viel, heisst es weiter. Dem Stadtrat sei es deshalb ein Anliegen, die Suizidprävention an neuralgischen Orten im Rahmen seiner Möglichkeiten zu fördern.

Auf der Aussichtskanzel des 30 Meter hohen Eschenbergturms ist bereits heute eine Hinweistafel mit der Telefonnummer 142 der «Dargebotenen Hand» angebracht. Auf dem Brühlbergturm will der Stadtrat kein Telefon installieren. Dort habe sich in den letzten Jahren nur äusserst selten ein Suizid ereignet.