Eines vorweg: Im Grossen und Ganzen gab es 2012 gleich viele Verkehrsunfälle zu verzeichnen wie in den Jahren davor. Und das, obwohl heute mehr Fahrzeuge unterwegs sind als früher. Vergleicht man gar heutige Zahlen mit solchen aus den Siebzigerjahren, fällt auf, dass die Anzahl Verkehrstoter von 260 im Jahr 1971 auf 38 im Jahr 2012 gesunken ist.

Doch bei aller Freude über diese Rückgänge: 13 238 Verkehrsunfälle auf Strassen im Kanton Zürich entsprechen noch immer rund einem auf hundert Einwohner. Eine Formel, die sich übrigens erstaunlich konstant auf die Städte Zürich (1 auf 112 Einwohner) und Winterthur (1 auf 91 Einwohner) herunterbrechen lässt.

Seit 2003 hat die Anzahl aller Unfälle auf Kantonsgebiet von 14 852 auf 13 238 abgenommen, die Zahl derjenigen mit Personenschäden von 3583 auf 2938 – immerhin ein rekordtiefer Wert.

Nordumfahrung ist Killerstrasse

Trotzdem sind die Verkehrsfachleute der Kantonspolizei sowie der Stadtpolizeien Zürich und Winterthur nicht euphorisch. So bereiten ihnen die Verkehrszunahmen und letztlich auch die Unfallzahlen auf den Schnellstrassen Kopfzerbrechen, vor allem auf den Autobahnen rund um Zürich.

Alle sechs Todesfälle auf Zürcher Autobahnen geschahen auf dem Abschnitt zwischen dem Limmattaler Kreuz und der Ausfahrt Zürich Ost, wie Ueli Zoelly, Chef der Verkehrspolizei des Kantons, erklärte. Die zahlreichen Autobahnunfälle um den Bareggtunnel dürften denn auch der Grund sein, weshalb die Gemeinde Weiningen in der Statistik der unfallreichsten Zürcher Gemeinden relativ weit oben steht.

Typisch untypische Ursachen

Die Ursachen der sechs tödlichen Unfälle auf dem Gebiet der Stadt Zürich erläuterte Wernher Brucks von der Dienstabteilung Verkehr. Dazu gehören eine Amok- und eine Strolchenfahrt, ein verirrter Fussgänger in einem Tramtunnel, ein Baustellenunfall, ein Velofahrer, der den Vortritt missachtete, und ein gestürzter Rollerfahrer. Letzterer Todesfall steht im Kontrast zur allgemein tieferen Unfallrate bei Rollerfahrern. Die Stadt führt dies auf die Präventionsarbeit bei den Lenkern dieser immer beliebteren motorisierten Zweiräder zurück.

Fokus Fussgängerstreifen

Sorgen bereiten den Polizeikorps im Kanton Zürich die Unfälle mit Personen, die auf Fussgängerstreifen angefahren werden. Ueli Zoelly, Chef der Verkehrspolizei des Kantons, verwies explizit auf einen tödlichen Unfall in Urdorf vom vergangenen 23. Januar, der charakteristisch, weil an sich schwer nachvollziehbar sei. Insgesamt haben zwischen 2011 und 2012 Unfälle auf Fussgängerstreifen um 20 Prozent zugenommen. 91 Personen wurden letztes Jahr angefahren, für zwei endete die Kollision tödlich. Deshalb wollen die Polizeikorps verstärkt Massnahmen ergreifen; so wurden im ganzen Kanton die Fussgängerstreifen überprüft und teilweise mit Schildern ergänzt.

Einmal mehr zugenommen haben die Unfälle mit Elektrovelos. Allerdings bloss von 32 auf 40. Ein grosser Teil davon geht auf Lenker zurück, die punkto Geschwindigkeit an den Ansprüchen von Randsteinen gescheitert sind.