Dennoch: Von der "Vision Zero" sei man noch weit entfernt, sagte Verkehrspolizeichef Frank Schwammberger am Dienstag vor den Medien.

3255 Personen wurden verletzt, 34 getötet. Im Vorjahr waren es 3396 Verletzte und 38 Tote gewesen. Besonders erfreulich sei, dass im Berichtsjahr wiederum kein Kind ums Leben gekommen sei, sagte Schwammberger. Total 13‘279 Unfälle wurden verzeichnet (+13). 10‘444 (10'319) gingen glimpflich mit Sachschaden ab.

Die Tendenz zu weniger Unfällen und weniger Opfern halte an. Und dies, obwohl jedes Jahr 10‘000 Motorfahrzeuge mehr im Verkehr seien und die Bevölkerung jährlich um 20‘000 Personen anwachse. Im Jahr 1971 waren 260 Menschen dem Strassenverkehr zum Opfer gefallen - ein trauriger Rekord. Seither sanken die Zahlen der Toten - mit einzelnen Ausnahmen - kontinuierlich.

Gemäss dem Chef der Verkehrspolizei greifen verschiedene Faktoren für eine verbesserte Sicherheit auf den Strassen ineinander: konsequente Kontrollen und Sensibilisierungskampagnen der Polizei, Massnahmen aufgrund der Unfallauswertungen, neue Regelungen auf gesetzlicher Ebene, sicherer gebaute Autos und bessere medizinische Versorgung.

Allerdings sei man noch weit entfernt von der "Vision Zero", so Schwammberger - der Vision eines Strassenverkehrs ohne Opfer. Die Bemühungen der Polizei gehen denn auch weiter.

Weniger Unfälle an Zebrastreifen

Auf Kantonsgebiet ohne Städte Zürich und Winterthur wurden 8362 Unfälle (-47) gezählt. Dabei kamen 22 Menschen ums Leben (Vorjahr 31), 1732 wurden verletzt, davon 340 (359) schwer, wie Schwammberger ausführte.

Im Gegensatz zu früheren Jahren nahm im Kantonsgebiet das Unfallgeschehen auch an Zebrastreifen deutlich ab: Es kam zu 85 Unfällen - 16 weniger als 2012. Verletzt wurden 67 Personen (-24). Allerdings wurden drei Personen getötet - eine mehr als im Vorjahr. Besonders neuralgische Streifen gab es nicht: Auf keinem Fussgängerstreifen kam es zu mehr als einem Unfall, so Schwammberger.
Stadt Zürich: Senioren besonders gefährdet

In der Stadt Zürich registrierte die Polizei zwar etwas mehr Unfälle als im Vorjahr, nämlich 3632 (Vorjahr 3566), wie Verkehrssicherheits-Chef Wernher Brucks sagte. Die Zahl der Verletzten sank jedoch auf 1241 (-68). Darunter waren allerdings mehr Schwerverletzte, nämlich 247 (+5). Zehn Menschen (+6) wurden getötet.

Besonders verletzliche Personengruppen sind laut Brucks neben Kindern zunehmend auch ältere Menschen. Diese Entwicklung dürfte anhalten angesichts der demografischen Entwicklung und der Tatsache, dass Senioren heute mobiler sind als früher. Mit 69 verunfallten Kindern (davon 61 verletzte) wurden so wenige registriert, wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Winterthur: Blaufahrer auf dem Velo

Einen neuen Tiefststand des Unfallgeschehens verzeichnete die Stadt Winterthur, nämlich 1099 (Vorjahr 1150), wie Daniel Beckmann von der Stadtpolizei Winterthur sagte. 253 Personen wurden verletzt, zwei getötet.

Einen deutlichen Anstieg beobachtet die Polizei bei den Velounfällen. Dies dürfte laut Beckmann mit dem "Bilderbuchsommer 2013" zusammenhängen. Mit 125 Velounfällen liege man über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 120,6. In jedem zweiten war der Velofahrer Hauptunfallverursacher.

Häufig wurde das Vortrittsrecht missachtet. Auch wegen "mangelhafter Bedienung des Fahrzeuges" - beispielsweise freihändigem Fahren - kam es immer wieder zu Unfällen. Und wegen Alkohols am Lenker: bei jedem dritten von einem Velofahrer verursachten Unfall war Alkohol im Spiel, so Beckmann. Auf das Auto zu verzichten nach dem Trinken sei zwar gut - das Velo sollte man dann aber auch stehen lassen.