Steuern

Noch mehr reuige Steuersünder im Kanton Zürich

Ganze 1050 Selbstanzeigen mehr gingen dieses Jahr ein. (Symbolbild)

Ganze 1050 Selbstanzeigen mehr gingen dieses Jahr ein. (Symbolbild)

Neuer Rekord beim Steueramt des Kantons Zürich: Im vergangenen Jahr sind 7250 Selbstanzeigen eingegangen. Damit wurde der Rekordwert des Vorjahres, der bei 6200 lag, noch einmal deutlich übertroffen. Wie hoch die Steuererträge der neuen Fälle sind, steht noch nicht fest.

Grund für die nochmals gestiegene Zahl der Selbstanzeigen ist der Automatische Informationsaustausch (AIA) von Bankdaten, der Anfang 2017 zwischen zahlreichen Ländern in Kraft trat, wie die Finanzdirektion am Freitag mitteilte.

Nachdeklariert wurden vor allem in- und ausländische Bankguthaben und Wertschriftendepots sowie eine grosse Zahl ausländischer Liegenschaften. In vielen Fällen geht es um vergleichsweise kleine Beträge, wie es in der Mitteilung heisst.

Viele Bagatellfälle, aber auch einige dicke Fische

Im Jahr 2018 hat das Steueramt 5000 Selbstanzeigen erledigt. Diese brachten dem Kanton und den Gemeinden insgesamt rund 98 Millionen Franken an Nachsteuern ein und dem Bund rund 24 Millionen Franken. In 23 Fällen war es bereits die zweite Selbstanzeige, so dass keine Straffreiheit mehr möglich war und zusätzlich eine Busse fällig wurde.

Die grosse Zahl der Bagatellfälle führte dazu, dass der Durchschnittsertrag 2018 für Kanton und Gemeinden von 22'000 Franken auf 19'500 Franken gesunken ist. Allerdings gab es auch einige Dutzend Selbstanzeigen, bei denen Steuerpflichtige sehr hohe Nachsteuern bezahlen mussten. Bei mehr als einem Dutzend waren es über eine Million Franken.

Im Dezember erhielt das Steueramt erstmals vom Bund die aus dem Ausland gemeldeten AIA-Daten. 347'000 betreffen den Kanton Zürich. Inhaltliche Aussagen kann das Steueramt noch keine treffen. Es schliesst aber nicht aus, dass sich daraus wieder mehr Nachsteuer- und Bussenverfahren ergeben.

Im Kanton Zürich werden Selbstanzeigen in Zusammenhang mit dem AIA straflos behandelt, wenn sie eingehen, bevor das zuständige Steueramt feststellt, dass nicht alles ordentlich deklariert wurde.

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