Worum es bei den Konflikten geht, wollte Dominik Bonderer, Sprecher der kantonalen Baudirektion, am Donnerstag auf Anfrage nicht sagen. Er bestätigte aber eine Meldung des "Tages-Anzeigers", wonach Architekten und Planer ausgewechselt, Gespräche mit der Justizdirektion geführt und ein Baustopp angeordnet worden seien.

Der Neubau steht heute im Rohbau. Im Frühling 2011 werde die Baudirektion über die Auswirkungen des Baustopps informieren, sagte Bonderer. Ursprünglich war geplant, das 30-Millionen-Franken-Projekt bis Mitte 2012 fertigzustellen. Dieser Zeitpunkt muss nun hinausgeschoben werden.

Weder Zeit- noch Platznot

Für die Umsetzung des Jugendstrafrechts haben die Kantone zehn Jahre seit Inkraftsetzung Zeit - also bis zum 31. Dezember 2016. Der Kanton Zürich sei früh dran, sagte Michael Rüegg, Sprecher der kantonalen Justizdirektion, habe er doch als erster mit der Umsetzung begonnen. In Zeitnot komme man auch durch die jetzige Verzögerung nicht.

Auch Platznot drohe nicht wirklich. Zurzeit verbüsse kein einziger Jugendlicher eine Freiheitsstrafe in der Jugendabteilung des Gefängnisses Limmattal in Dietikon. Allerdings seien dort einige Untersuchungs- und Sicherheitshäftlinge untergebracht.

Noch im 2009 waren Jugendliche für Freiheitsstrafen ins Bezirksgefängnis Horgen ZH geschickt worden. Aber auch hier sind die Zahlen laut Rüegg moderat: Grade mal 260 Verpflegungstage habe man 2009 auf der Jugendabteilung gezählt. Nur selten müssen Jugendliche Freiheitsstrafen verbüssen - meist komme erst einmal eine Massnahme zum Tragen.