Frau Fehr Düsel, wie fühlen Sie sich nach Ihrer Schlappe bei den Stadtratwahlen? Ihnen fehlen über 10'000 Stimmen zum absoluten Mehr.
Nina Fehr Düsel: Die Zürcher Bevölkerung hat wieder einmal ihre Vorliebe für Rot-Grün bestätigt und damit in Zukunft für mehr Steuern. Spätestens wenn die Steuern steigen - und so sieht es nach heutigen Vorhersagen aus - werden es sich die Rot-Grün-Wähler überlegen müssen, ob sie richtig gewählt haben.

Wie geht es Ihnen?
Gut, mit einem solch positiven Resultat und so vielen positiven Rückmeldungen. In der Stadt ist es immer schwieriger. Aber immerhin steht es nicht mehr 7:2, sondern 6:3. Winterthur ist sogar noch weiter, dort hat sie SVP gewonnnen.

Warum konnten Sie nicht mehr überzeugen?
Wir konnten nicht mehr als die künftige Stossrichtung aufzeigen. Die SVP hat heute die Notbremse gezogen, indem die Initiative gegen Masseneinwanderung angenommen wurde. Damit stehen uns ganz neue Möglichkeiten offen.

Sind Sie enttäuscht?
Überhaupt nicht. Was heute passiert ist zeigt eine gute Verschiebung, ein Richtungswechsel wird aufgezeigt.

Filippo Leutenegger wird allein das Steuer im Stadtrat nicht herumreissen können.
Wir hoffen, dass sich etwas bewirken lässt, das Spuren hinterlässt. Wer weiss, wie es in vier Jahren aussieht. Das Umdenken hat bereits stattgefunden. Insofern ist es eine Verbesserung.

Wie geht es jetzt mit Ihnen weiter?
Ich freue mich sehr auf meine Aufgabe im Gemeinderat für die Kreise 7 und 8. Ich will möglichst aktiv auftreten sowohl in der Kreispartei, als auch auf kantonaler und nationaler Ebene. Ich hatte auch schon Anfragen für den Nationalrat.

Was wird in 4 Jahren sein?
Da werde ich voll im Gemeinderat aktiv sein - und wer weiss vielleicht im Nationalrat.

Es macht den Anschein, die SVP will Sie als junge Frau in den eigenen Reihen aufbauen.
Dazu ist es zu früh, etwas zu sagen.