Der Winterthurer Stadtrat hatte das Projekt bereits im vergangenen Oktober vorläufig sistiert. Dessen Befürchtung, dass sich das Projekt "Aquifer Neuwiesen" nicht rechnet, hat eine Überprüfung nun bestätigt: "Inzwischen haben sich zahlreiche wesentliche Faktoren geändert", schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung vom Mittwoch.

So würden unter anderem die anhaltend tiefen Ölpreise auf die Wirtschaftlichkeit drücken. Zudem würden "Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn)" nicht vor dem Jahr 2020 eingeführt.

Schliesslich hatten sich schon zuvor Verzögerungen eingestellt - unter andere wegen der Administrativuntersuchung zur Wärme Frauenfeld AG. Dadurch gingen laut Stadtrat einige potenzielle Grosskunden verloren, die ihre Heizungen rascher ersetzen müssen und deshalb nicht mehr zur "Aquifer"-Rentabilität beitragen werden.

Das Vorhaben, das eine Nutzung der Abwärme des Grundwassers im Gebiet Neuwiesen vorsah, sei damit zwar aus ökologischer Sicht sinnvoll, nicht aber aus finanzieller, hält der Stadtrat fest. Für "Aquifer", einen einzelnen Quartierwärmeverbund, müsste die Stadt Winterthur mindestens elf Millionen Franken in die Hand nehmen. Verbünde sollen dort geplant werden, wo sie machbar und tragbar seien.

Die Grünen von Winterthur kritisieren den Entscheid: Aus Angst vor den Schatzmeistern werfe der Stadtrat im Kampf gegen die Klimaerwärmung das Handtuch. "Wer will, findet Wege - wer nicht will, findet Gründe und Ausreden."