Fall K.

Nicht nur Zürcher Behörden verschweigen, wenn Sträflinge nicht aus Hafturlaub zurückkommen

An dieser Stelle im Zürcher Seefeld tötete Tobias K. am 30. Juni 2016 einen 42-jähriger Zürcher.

An dieser Stelle im Zürcher Seefeld tötete Tobias K. am 30. Juni 2016 einen 42-jähriger Zürcher.

Das Vorgehen, wie im Fall Thomas K. die Öffentlichkeit nicht über einen Gefangenenausbruch zu informieren, ist nicht nur im Kanton Zürich gang und gäbe.

Seit über zwei Wochen sucht die Zürcher Polizei Tobias K., der vor über zwei Wochen von seinem Hafturlaub nicht in die Strafanstalt Pöschwies zurückgekommen ist. Die Öffentlichkeit hat aber erst vom Verschwinden K.s erfahren, als dieser verdächtigt wird, einen 43-Jährigen umgebracht zu haben.

Dieses Vorgehen scheint aber in der ganzen Deutschschweiz ein Regelfall zu sein. Das zeigt eine Umfrage bei den geschlossenen Strafanstalten Pöschwies ZH, Bostadel ZG, Sennhof GR und Lenzburg AG sowie bei den entsprechenden Kantonspolizeien.

Seit 2011 kamen in den angefragten Anstalten 40 Kriminelle aus geschlossenen Anstalten nicht rechtzeitig aus dem Hafturlaub zurück. Mindestens neun davon blieben mehr als eine Woche weg. In keinem dieser Fälle wurde öffentlich nach dem Sträfling gefahndet.

2013 kam ein Insasse der Strafanstalt Sennhof GR nicht von seinem Urlaubstag zurück. Erst nach 23 Tagen konnte ihn die Polizei finden. Dass der Mann drei Wochen frei war, hat die Bevölkerung  bislang nicht erfahren. 

Eine Flucht wird zum Politikum

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Der mutmassliche Mörder Tobias K. nutzte die erst beste Möglichkeit zum Abhauen. Warum hat der gewalttätige 23-Jährige Hafturlaub bekommen?

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