Von wegen ein gefundenes Fressen für Langfinger: Von den 100 Metallstühlen, welche die Stadt Zürich 2014 zur Möblierung des Sechseläutenplatzes installiert hat, sind bis im September 2015 insgesamt neun gestohlen worden. Eine gute Bilanz, findet Stefan Hackh, Mediensprecher des städtischen Tiefbauamts: «Die oft geäusserte Befürchtung, die Stühle würden innert kurzer Zeit wegkommen, hat sich nicht bestätigt.» Auch sei es bis auf einige wenige Filzstiftspuren bislang kaum zu Sachbeschädigungen gekommen.

Dass nicht mehr der bunten Möbel gestohlen wurden, hat laut Hackh mit einem simplen Trick zu tun: Die allermeisten der Sitzgelegenheiten sind paarweise zusammengekettet. Zumal schon jeder Stuhl alleine acht Kilo wiegt, ist es somit sehr mühsam, ein solches Paar davonzutragen.

Bei den neun geklauten Stühlen handelte es sich denn vor allem um solche, die die Stadt von Anfang an einzeln auf den Platz gestellt hatte. Eigentlich fehlten bei der Zählung im September 2014 gar 12 der Sitze, davon tauchten laut Hackh jedoch zwei am Stadelhofenplatz wieder auf, einen fand eine Tauchergruppe bei einer Seeputzete im Wasser.

Vor knapp einem Jahr installierte das Tiefbauamt schliesslich weitere 100 Stühle auf dem Sechseläutenplatz – diesmal alle paarweise. «Die erste Serie war ein Test. Bei der zweiten wussten wir, dass die Verkettung als Diebstahlschutz gut funktioniert», sagt Hackh. Dazu habe man beobachtet, dass sich die meisten Besucher zu zweit oder in Gruppen auf dem Sechseläutenplatz aufhielten. Die paarweise verfügbaren Metall-Sitze entsprächen also auch dem Bedürfnis der Nutzer.

Derzeit stehen zwischen Opernhaus und Bellevue also noch 191 Stühle. Für die ganze Möblierung des Platzes samt den langen Bänken budgetierte die Stadt 2014 190 000 Franken. Darin enthalten sei auch die Anschaffung der zweiten 100 Stühle vom vergangenen Herbst, sagt Hackh. Über den Verlustbetrag der neun verschwundenen Stühle gibt er allerdings keine Auskunft.