Zürich Flughafen
Neues Parkhaus ist auch Aussichtsplattform

Das grösste Parkhaus der Schweiz bietet Ladestationen und ein offenes Parkdeck für Spotter.

Andreas Frei
Merken
Drucken
Teilen
Parkingchefin Lydia Naef durchschnitt das Band. Gehalten wurde es von Stefan Gross (links) und Daniel Scheifele.

Parkingchefin Lydia Naef durchschnitt das Band. Gehalten wurde es von Stefan Gross (links) und Daniel Scheifele.

Balz Murer

Das Megaprojekt Circle am Flughafen Zürich gilt als grösste Baustelle der Schweiz. Vom offenen Deck des Parkhauses P6 betrachtet, wirkt diese neben dem Butzenbüel aber plötzlich klein. Der flughafeneigene Hügel ist auch fünfmal so gross wie der Circle, erklärt Flughafen-CEO Stefan Widrig. Der Blick auf die Circle-Baustelle, den Butzenbüel und den Verkehr ist ein Highlight des erweiterten Parkhauses P6-Ost.

Im letzten Dezember wurde der neue Teil mit 3500 Plätzen in Betrieb genommen; gestern feierte der Flughafen die offizielle Eröffnung, nachdem die letzten Arbeiten fast abgeschlossen sind. Nur die Markierungen auf dem Parkdeck im 11. Stock fehlen noch. Bis dahin ist der Zugang noch gesperrt.

Freier Blick auf die Piste 28

Auf der anderen Seite des Parkdecks bietet sich Flugzeug-Spottern Einblick auf die Piste 28 und einige der Foxtrott-Standplätze. Vom offenen Parkdeck aus ist noch knapp das Eindrehen auf die Startbahn zu sehen sowie die ersten rund 300 Meter der Beschleunigungsphase. Wochentags ab 21 Uhr und am Wochenende ab 20 Uhr erfolgen auf der Piste 28 Landungen.

Bei Regen lässt sich das Treiben rund um den Flughafen übrigens auch aus dem 10. Stock beobachten. Weil hier keine Netze die Sicht beeinträchtigen, ist das P6 für Spotter mit Teleobjektiven seit langem ein Geheimtipp.

Neben einem als Aussichtsplattform nutzbaren Parkdeck bietet das P6 auch Parkplätze für Passagiere und Mitarbeitende – die Crews gelangen im Untergeschoss weiterhin direkt in das Operation Center. Mit 7500 Plätzen ist es das grösste Parkhaus der Schweiz und durchgehend mit einem Parkleitsystem ausgerüstet. Das P6, ursprünglich 1972 mit 1900 Plätzen erbaut, ist nun 34 Meter hoch, 210 Meter lang und 87 Meter breit – und hat elf Lifte. Im Erdgeschoss leitet ein Foyer die Passagiere auf breiten Wegen zum Aufzug, der direkt zum passenden Sektor fährt.

Mit der 150 Millionen Franken teuren Erweiterung hat das P6 nun auch sechs Ladestationen für Elektrofahrzeuge und eine Photovoltaikanlage, deren Leistung pro Jahr dem Stromverbrauch von rund 200 Haushalten entspricht – rund 700 Megawattstunden. Die Plätze im P6 sind ab drei Tagen billiger als in den Parkhäusern P1 bis P3. Nochmals günstiger wird es, wenn man im Internet reserviert.