Religion und Kultur
Neues Lehrmittel für Zürcher Schulfach «Religion und Kultur»

Für das Schulfach «Religion und Kultur» gibt es eine neue Lehrmittelreihe. Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) hat die «Blickpunkt»-Reihe am Freitag vorgestellt. Das obligatorische Fach wurde 2007 an den Volksschulen im Kanton Zürich eingeführt.

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Limmattaler Zeitung

Das obligatorische Fach «Religion und Kultur» wurde 2007 an den Volksschulen im Kanton Zürich eingeführt.

Mit der Lehrmittelreihe «Blickpunkt - Religion und Kultur» habe man Neuland betreten, sagte alt Bildungsrat Jürgen Oelkers am Freitag vor den Medien in Zürich. Im deutschsprachigen Raum gebe es kein Lehrmittelvorbild für ein solches Fach. Es musste denn auch ein komplett neues Lehrmittel entwickelt werden.

Am Freitag wurde nun die Reihe präsentiert. Sie umfasst drei Bände und deckt den Unterricht von der ersten bis zur achten Klasse der Volksschule im Kanton Zürich ab. Das Lehrmittel ist für die Lehrpersonen obligatorisch.

Ausgangspunkt für das Fach und die «Blickpunkt»-Reihe ist der Alltag der Kinder und Jugendlichen. Es geht darum, dass Schülerinnen und Schüler von Unter-, Mittel- bis zur Sekundarstufe ein Grundwissen über Weltreligionen aufbauen können.

Vertreter von Religionsgemeinschaften dabei

Anhand von Bildern, Geschichten, Sachtexten, Reportagen und Porträts erfahren die Kinder und Jugendlichen, wie die verschiedenen Religionen in Zürich, in der Schweiz und anderswo gelebt werden. Für die Lehrpersonen bietet die Lehrmittelreihe weitere Materialien und Unterrichtsvorschläge.

Die Materialien für das Lehrmittel wurden in Zusammenarbeit mit Lehrpersonen der verschiedenen Schulstufen und Fachdidaktikerinnen und -didaktikern entwickelt. In den Prozess einbezogen waren zudem Fachleute sowie Vertreterinnen und Vertreter von Religionsgemeinschaften und Institutionen.

Fach ist bekenntnisunabhängig

Das Fach «Religion und Kultur» ist bekenntnisunabhängig aufgebaut, so dass alle Schülerinnen und Schüler daran teilnehmen können - ungeachtet ihrer Herkunft oder Religionszugehörigkeit, wie Regine Aeppli sagte. Gefördert werden soll der gegenseitige Respekt und das Verständnis für Menschen mit unterschiedlichen Religionen, kulturellem und weltanschaulichem Hintergrund.

Wissen und Kompetenzen über Religionen gehören zum Weltverstehen, sagte Oelkers. Je weniger man die symbolischen Zusammenhänge einer Religionsgemeinschaft kennt, desto geringer ist das Interesse, und desto weniger kann man mit Konflikten umgehen.

Das Fach wurde ab 2007 schrittweise in den Volksschulen des Kantons Zürich eingeführt. Inzwischen sind sämtliche Schulgemeinden gestartet. Bisher haben rund 3500 Lehrpersonen die erforderte Qualifikation für «Religion und Kultur» erlangt.

Die Ausrichtung des Faches "Religion und Kultur" ist gemäss Aeppli kompatibel mit dem zukünftigen Lehrplan 21, der vor einer Woche vorgestellt wurde.