Psychische Erkrankungen haben im Jahr 2009 knapp die Hälfte der IV-Diagnosen ausgemacht, wie Wulf Rössler, Direktor Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie Zürich West und Vorsteher des Medizinischen Direktoriums am Mittwoch vor den Medien sagte.

Auch bei den Frühberentungen machen die psychischen Erkrankungen die grösste Gruppe aus. Den Frühberentungen gehen häufig lange Zeiten der Arbeitsunfähigkeit voraus.

Zu diesem Zeitpunkt sei es fast schon zu spät, sagte Rössler weiter. Der Weg zurück sei sehr schwierig. Darum sollten diese Menschen bereits vorher wieder integriert werden. Für die Wiedereingliederung werde in der Schweiz relativ wenig Geld ausgegeben, hingegen sehr viel für geschütztes Wohnen und Arbeiten.

Funktionsfähigkeit in Beruf und Gesellschaft

Bei der PUK gibt es nun ein neues Angebot. Menschen mit einem hohen rehabilitativen Bedarf durchlaufen in der Klinik Rheinau ein sechs bis acht Wochen intensives Programm. Dabei geht es nicht ausschliesslich um die Reduktion der Symptome, sondern vor allem um die Funktionsfähigkeit der Betroffenen in Beruf und Gesellschaft.

Nach dieser Zeit werden die Patienten im Zentrum für Ambulante Psychiatrische Rehabilitation in Zürich weiter betreut. Der Betreuungsansatz hat dabei das Ziel betroffene Menschen mit psychischen Problemen direkt auf dem ersten Arbeitsmarkt zu platzieren.

Neues Ambulatorium für Forensik

Neben dem neuen Rehabilitationsangebot ist in der Klinik Rheinau auch das Zentrum für Forensische Psychiatrie untergebracht. Auf sieben Stationen verteilen sich 79 Betten, davon 27 im Hochsicherheitsbereich.

Mit der Integration in die PUK im Juli 2011 gibt es neu ein forensisch-psychiatrisches Ambulatorium als Schnittstelle zwischen Hospitalisation und Austritt, wie Erich Seifritz, Direktor Klinik für Affektive Erkrankungen und Allgemeinpsychiatrie Zürich Ost, sagte.

Das Ambulatorium in Zürich sei noch klein, werde aber noch stärker ausgebaut. Vorteile seien, dass die Behandlung in einer Hand bleiben würden, Informationen nicht verloren gingen und die Justiz einen verlässlichen Partner habe.