Im Spätherbst eröffnet in den Gemäuern der Alten Börse am Bleicherweg 5 ein neues Event-Lokal namens Aura. Es umfasst einen Veranstaltungs-Saal für 500 Gäste, ein Restaurant für 150 Gäste und eine Bar mit Raucher-Lounge für 100 Gäste. Bar und Restaurant werden auch abends geöffnet sein. Je nach Fortschreiten der Renovationsarbeiten ist die Eröffnung für kommenden Oktober oder November geplant, wie Alex Flach, Mediensprecher der Tao Group AG, auf Anfrage sagt.

Konzerte, Filme, Firmenanlässe

Die Tao Group AG betreibt in Zürich bereits die Clubs Indochine, Icon sowie das Restaurant Tao’s. Mit der Alten Börse hat sie sich einen Ort mit wechselvoller Geschichte gesichert. Nach dem Umzug der Börse ins Selnauquartier wurde das Gebäude als möglicher Standort fürs Zürcher Casino gehandelt, das nun im Haus Ober realisiert wird (siehe nebenstehender Artikel). Als Zwischennutzung beheimatete es zuletzt den Partyclub «Alte Börse».

Dauerhaft einen Club in der Alten Börse einzurichten, war laut Flach keine Option. Die Tao Group plante zunächst lediglich ein Restaurant mit Bar. Das Projekt Event-Saal kam erst später hinzu. Dahinter standen strategische Überlegungen. «Es gibt in Zürich bereits ein sehr gutes Angebot an Clubs», erklärt Flach. Manche reden auch von einem Überangebot. «Es ist nicht mehr so, dass eine neue Event Location automatisch läuft», so der Szene-Kenner weiter. «Die Frage ist: Wie füllt man so einen Saal?»

Statt eines permanenten Clubs sollen im grossen Aura-Saal Veranstaltungen verschiedenster Art stattfinden: von Konzerten über Filmvorführungen bis hin zu Firmenanlässen und Privatpartys. Konkret geplante Events kann Flach noch nicht nennen. Nur soviel: «Wir sind mit namhaften Veranstaltern und Organisationen im Gespräch und in Verhandlung.»

Speziell am Aura-Saal ist, dass seine Wände rundum als Beamer-Projektionsflächen geplant sind. So kann die Illusion von roten Vorhängen ebenso an die Wände projiziert werden wie «spacige Lichtshows» oder Firmen-Präsentationen, wie Flach weiter erklärt.

Auf das «tötelige Image» der Gegend um den Paradeplatz angesprochen, meint Flach: «Es ist mehr los als auch schon.» Neben dem Klassiker «Kaufleuten» seien in den letzten Jahren und Monaten Clubs wie «Station», «Jade», «Privé», «Vior» sowie In-Restaurants wie «Talacker» in der weiteren Nachbarschaft entstanden. «Das Bahnhofstrassen-Quartier wird zunehmend zum Ausgangsviertel», sagt Flach.

Wandel in der Clubszene absehbar

In der Zürcher Clubszene sei mit Veränderungen zu rechnen: Der bisherige Hotspot Geroldstrasse in Zürich West werde «toter», da die Stadt Zürich dort ein Kongresszentrum plant, das auch Clubs wie das «Hive» und das «Helsinki» früher oder später verdrängen dürfte. Die Frage ist: Wohin verlagert sich die Clubszene? Flachs Prognose beruht auf den Erfahrungen der letzten Jahre: «Der Underground wird in Zürich West bleiben, während die Innenstadt zunehmend Glamour-Clubs anzieht.»