Universität Irchel
Neues Chemie-Gebäude: Die 195-Millionen-Baustelle kommt in Gang

Im April 2016 war Spatenstich für das neue Chemie-Gebäude. Nach den Sommerferien 2017 sollen nun die Baumaschinen auffahren. Es gab Schwierigkeiten. Ob sie ausgestanden sind, ist noch nicht absehbar.

Matthias Scharrer
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Seit dem Aushub der Baugrube stagnierte die 5. Etappe des Uni-Standorts Irchel.

Seit dem Aushub der Baugrube stagnierte die 5. Etappe des Uni-Standorts Irchel.

Matthias Scharrer

Es ist still auf der Grossbaustelle beim Uni-Campus Irchel. So still, dass mancher Anrainer den Eindruck hat, es handle es sich um eine Bauruine, auf der die Arbeiten eingestellt seien. Doch dieser Eindruck stimmt nicht ganz.

195 Millionen Franken will die Universität Zürich hier verbauen. Es ist die fünfte Etappe des 1971 lancierten Uni-Standorts Zürich-Irchel. Geplant ist ein Baukomplex für das Chemie-Institut, bestehend aus zwei sechsgeschossigen Baukörpern sowie einem eingeschossigen Bau, inklusive Lichthof.

Den 195-Millionen-Kredit hatte der Kantonsrat bereits 2013 bewilligt. Vor über einem Jahr war Spatenstich. Seither ist baulich nicht allzu viel passiert: Von Mai 2016 bis April 2017 wurde die Baugrube ausgehoben, wie Markus Pfanner, Sprecher der kantonalen Baudirektion, auf Anfrage sagt. Nach den Sommerferien solle nun mit den Rohbauarbeiten begonnen werden. Das Projekt, das eigentlich im September 2019 fertig sein sollte, wie eine Infotafel an der Baustelle noch immer verkündet, verzögere sich um maximal sechs Monate. Grund dafür sind Irrungen und Wirrungen bei der Auftragsvergabe.

Schon 2007 gab es eine Präqualifikation, bei der sich interessierte Generalunternehmen (GU) bewerben konnten. Doch als die Bauarbeiten 2016 starten sollten, hatte sich die Marktsituation verändert. In der Folge lancierte der Kanton die GU-Präqualifikation erneut. Erst nach dem Spatenstich, im Mai 2016, begann die eigentliche GU-Ausschreibung für die Gebäudeerstellung. «Eine solche Auftragsabgrenzung ist üblich, damit die Bautätigkeit rasch gestartet und effizient etappiert werden kann», so Pfanner.

Allerdings lagen alle Offerten deutlich über dem genehmigten Kredit. «Es handelt sich um ein grosses und komplexes Laborgebäude mit hohen Sicherheitsansprüchen», erklärt der Baudirektions-Sprecher. «Die Offerten zeigten, dass dies für die Generalunternehmer zusammen mit den technisch hochstehenden Laborausbauten nicht zum Tagesgeschäft zählt und deshalb sehr hohe Risikozuschläge für Unvorhergesehenes geltend gemacht wurden.» Daher beschlossen Bildungsdirektion, Baudirektion und Universität, auf ein Generalunternehmen zu verzichten.

Stattdessen soll das Projekt nun mit Einzelleistungsträgern realisiert werden, wie die Baudirektion im November letzten Jahres mitteilte. Inzwischen sind die Baumeisterarbeiten vergeben worden. «Das bedeutet, dass die Baumaschinen nach den Sommerferien auffahren können», so Pfanner.

Noch nicht alle Aufträge vergeben

Die Frage, ob es zu Mehrkosten kommt, beantwortet der Direktionssprecher von SVP-Regierungsrat Markus Kägi ausweichend: «Das Bauvorhaben ist ein laufender Prozess, in dem für 195 Millionen ein funktionierendes Laborgebäude erstellt werden soll.»

Dass er sich punkto Kosten nur vorsichtig äussert, liegt nicht zuletzt daran, dass noch nicht sämtliche Aufträge für das Bauprojekt vergeben sind: «Es gibt noch Einzellose, die im Offertenverfahren sind, etwa für Sanitäres, Dachbau, Aufzüge und Brandabschottungen», sagt Pfanner. Ob die Schwierigkeiten ausgestanden sind, ist somit nicht absehbar.