Flughafen
Neuer Terminal 2 - Der Flughafen hat eine Baustelle weniger

Mit einer wegweisenden Beleuchtung lockt der Flughafen die Passagiere neu wie die Motten an die Schalter im Check-In 2.

Andreas Frei
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Personen warten bei der Ankunft 2
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Flughafen Eröffnung Terminal 2
Die neuen Check-In Schalter fotografiert an einem Medienrundgang
Die neuen Check-In Schalter fotografiert an einem Medienrundgang im Terminal 2, am Flughafen Zuerich

Personen warten bei der Ankunft 2

Keystone

Während vielerorts möglichst viel Sonnenlicht in Gebäude gelassen wird, muss dieses im neuen Check-In 2 auch mal draussen bleiben. Weil die Sonne das Gebäude zu sehr erwärmen könnte, wird sie durch Beschattungssysteme lieber abgeblockt und die Halle künstlich belichtet. Das sei ökonomischer, als das Gebäude zu kühlen, wenn es durch die Sonneneinstrahlung zu heiss werde, erklärte Umbauleiter Thomas Graber gestern beim Medien-Rundgang durch das neue Check-In 2.

Heute wird es eröffnet, nachdem es seit 2012 für 230 Millionen Franken umgebaut und erneuert wurde. Ein Teil musste stets offenbleiben, nun sind aber erstmals keine Trennwände und Baugerüste mehr zu sehen. Ein Hauptaugenmerk wurde beim Umbau auf besagte künstliche Beleuchtung gelegt, welche insbesondere den Bereich direkt vor den Schaltern erhellt. Damit sollen die Passagiere an den richtigen Ort geführt werden, damit die etwas dunkleren Räume dahinter für den Durchgangsverkehr frei bleiben. Doch nicht nur das Licht ist neu, die ganze Halle wirkt im Vergleich zum alten Check-In 2 grösser und offener.

Schalter tausendfach getestet

Statt zehn Reihen mit Schaltern gibt es neu nur noch deren vier, in zwei Blöcken angeordnet. Näher an der Sicherheitskontrolle steht der Block mit den Reihen 2 und 3, wo hauptsächlich europäische Flüge abgefertigt werden sollen. Im Block mit den Reihen 1 und 4 werden sich eher Passagiere auf Langstreckenflügen wiederfinden. Airlines wie Singapore oder Emirates können dort bis zu zwölf Schalter für die Flüge mit ihren Airbus A380 öffnen und so die Passagiermassen schnell abfertigen. Insgesamt gibt es neu 104 Schalter, vorher waren es 88. Hinter den metallischen Theken arbeiten die Check-In- Agenten an ergonomisch eingerichteten Plätzen, wie Co-Projektleiter Alessandro Camisani sagt. Eine spezielle Holzdecke soll den Lärm der Halle schlucken, sodass die Check-In-Agenten in verhältnismässiger Ruhe arbeiten können. Damit alles klappt, wurden die Abläufe bereits an vier Schaltern geprobt, über 1000 Testformulare wurden dabei ausgefüllt und analysiert.

Funktionalität statt Wurf

Auffallend sind die Werbungen über den Köpfen der Passagiere. Im neuen Check-In 2 gibt es aber nicht mehr Reklame, wie das der erste Eindruck vermuten lässt, sondern weniger. «Die Flächen sind grösser und prägnanter eingesetzt», erklärt Co-Projektleiter Graber. Früher hatte man überall Werbungen verstreut, die sich konkurrenzierten. Nun gibt es noch acht grosse Banner sowie Flächen bei den Rolltreppen, wo die Passagiere in die Halle kommen. «Wenn es nach mehr Werbung wirkt und besser gesehen wird, haben wir unser Ziel erreicht», sagt Graber.

Allgemein haben die Planer die Funktionalität einem architektonischen Wurf übergeordnet. Das Check-In 2 sieht tatsächlich zwar modern, aber nicht speziell aus. Dafür ist es übersichtlich, Monitore zeigen den Passagieren, zu welcher Reihe sie müssen, und Schilder weisen den Weg dorthin.

In der Halle fehlen derzeit die Check-In-Automaten. Weil diese keine Fluggesellschaft gewünscht habe, erklärt Camisani. Die Schalter seien aber alle modular gebaut und können als Zweiersatz gegen Automaten ersetzt werden. Auch für andere technische Neuerungen ist die Halle vorbereitet, überall wurde auf Flexibilität und modulare Bauweise gesetzt.

Die provisorische Check-In-Reihe im Zwischengeschoss wird geschlossen. Was mit dem Platz geschieht, ist derzeit noch unklar.

Ankunft ohne Glasscheibe

Eine Etage weiter unten ist auch die Ankunft 2 fertig umgebaut und bietet mehr Platz für Ankommende und Abholer. Nur die Glasscheibe fehlt, auch zum Bedauern des Flughafens. Man durfte wegen Vorschriften der Zollbehörden keine mehr einbauen, damit sich Schmuggler nicht durch die Scheibe verständigen können. Ein Puzzleteil fehlt noch, damit das Terminal 2 komplett erneuert ist: die Vorfahrt. An dieser wird derzeit kräftig gebaut, im Juni 2016 soll sie eröffnet werden. Dann wird für Passagiere der Flughafen vom Einchecken bis zur Ankunft durchgehend erneuert erscheinen.