Damit die Stadt Zürich vor Hochwasser geschützt ist, hat der Kanton in Langnau am Albis für 26 Millionen Franken einen sogenannten Schwemmholzrechen gebaut, schreibt der "Tages Anzeiger". 

Den Fischern gefällt das gar nicht. So werde weder am Sinn noch am Zweck des Rechens gezweifelt, sagt Rolf Schatz, Präsident der IG dä Neu Fischer, die sich für nachhaltige Fischerei einsetzt, gegenüber dem "Tages Anzeiger". Vielmehr ärgert man sich über die Art und Weise der Ausgestaltung des Bauwerks und die Bauarbeiten zwischen April 2016 und diesem Frühling.

Keine Rücksicht auf Tierwelt

An der Stelle, an welcher nun 67 Pfähle in die Höhe schiessen, war früher eine "der fischreichsten der ganzen Sihl", sagt Rolf Schatz im Gespräch. Von diesem Fischreichtum ist nicht mehr viel übrig geblieben. Aber nicht nur die Fische fehlen, sondern auch wichtige Unterstände, in denen sich die Fische vor Raubvögeln oder Fischern verstecken könnten. Das Leben der Fische wird dadurch noch mehr erschwert, als es schon ist. So machen bereits die Klimaerwärmung, Krankheiten, Wassermangel und Pestizide den Fischen zu schaffen. Schatz kritisiert, dass die ökologischen Ausgleichsmassnahmen für das Bauwerk vom Kanton vielleicht für andere Tiere gut sind - nicht aber für die Fische. Auch die einjährige Bauphase wird vom Fischexperte kritisiert. So sei einerseits ohne Rücksicht auf die Tierwelt und andererseits zur Forellen-Schonzeit im Fluss gebaggert worden. 

Schatz schlägt vor, dass man ein provisorisches Flussbett ausbaggern hätte können, um daneben auf dem Trockenen zu arbeiten. Zumindest hätten Lenkbuhnen zur Schonung der Fischgebiete zum Einsatz kommen sollen. Das dies nicht gemacht wurde, habe wohl terminliche und finanzielle Gründe, vermutet Schatz: "Es ist halt immer die Frage, ob Geld oder die Ökologie wichtiger ist."

Baudirektion weist Vorwürfe zurück

Das es während dem Bau zu Trübungen im Wasser gekommen ist, die für Fische fatal sein können, gibt Mediensprecher der Baudirektion, Dominik Bonderer, gegenüber dem "Tages Anzeiger" zu. Weiter sagt Bonderer, dass aber zum Schutz des aquatischen Ökosystems die Hauptphasen gestaffelt durchgeführt und einen Zwischendamm gebaut wurde. Ausserdem seien alle Eingriffe ins Wasser von der Fischerei- und Jagdverwaltung ­begleitet worden. Weiter sei in einem so grossen Gewässer wie der Sihl keine Trockenlegung des Bauabschnitts möglich. Verbsserungsvorschläge gingen aber bei der öffentlichen Projektauflage keine ein, so Bonderer.

Nicht gelten lassen will Bonderer ebenfalls den Vorwurf, nicht auf Proteste eingegangen zu sein. Alle Eingaben aus Fischerei­kreisen seien beantwortet worden. Zudem wurde vereinbart, die Sihl in diesem Abschnitt während zwei bis drei Jahren zu beobachten. Falls nötig, würden Verbesserungsmassnahmen realisiert, versichert Bonderer.