Drogen
Neuer Platzspitz am Bahnhof Oerlikon – gediegen, diskret und auf Rezept

In Zürich Oerlikon trifft sich eine ganz bestimmte Gruppe von Leuten jeden Abend. Sie stehen zusammen, schwatzend, rauchend, trinkend. Und unbehelligt dealend. Die Ware bekommen die Dealer ganz legal vom Arzt verschrieben.

Simone Matthieu
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Hier auf dem Marktplatz hinter dem Bahnhof Zürich Oerlikon finden Suchende alles, was des Süchtigen Herz begehrt. Dormicum, Rohypnol, Valium, Ritalin – ein kurzer Spaziergang mit einem der zahlreichen Dealer und man hat die verschreibungspflichtigen Medikamente im Sack.

Hier auf dem Marktplatz hinter dem Bahnhof Zürich Oerlikon finden Suchende alles, was des Süchtigen Herz begehrt. Dormicum, Rohypnol, Valium, Ritalin – ein kurzer Spaziergang mit einem der zahlreichen Dealer und man hat die verschreibungspflichtigen Medikamente im Sack.

Mathias Marx

Seit der Räumung des Needle Parks und des Lettenareals in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts hatte die Drogenszene zunehmend Schwierigkeiten, einen ruhigen Standort zu finden. Das Zürcher Langstrassenquartier, das seither berüchtigtste Viertel der Schweiz, wurde zur einzigen Auswegsmöglichkeit. Und die ist alles andere als ideal: zu viele Nicht-Drögeler, Anwohner, Ladenbesitzer, welche die Deals beobachten und melden, verdächtige Personen beschreiben können. Kameras an jeder Ecke, ständige Polizeipräsenz.

Dabei gibt es eine stressfreie, ruhige und unauffällige neue Szene beim Bahnhof Zürich Oerlikon, einem Neo-Letten. Ein plattenbelegter Platz mit überdimensionalem Schachbrett, Bäumen, Bänken – urgemütlich. Der Neumarkt. Hier gibt es alles, was des Süchtigen Herz begehrt: Heroin, Kokain, Amphetamine und Berge von unters Betäubungsmittel-Gesetz fallenden Medikamenten wie Dormicum, Rohypnol, Valium oder Ritalin. Rohypnol ist als Vergewaltigungsdroge bekannt. Und Dormicum gilt als das stärkste zurzeit erhältliche Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine, der modernen Schlafmittel. Sein Handelsname ist Midazolam, welches als Hypnotikum in der Anästhesie und im Rettungsdienst als Bestandteil der Narkose eingesetzt wird.

Dormicum, Rohypnol, Valium und alle anderen Benzos, wie sie auf der Strasse heissen, machen schnell süchtig, körperlich und psychisch. Der Entzug davon sei schlimmer als der von Heroin, sagen alle erfahrenen Benzo-Konsumenten. Ritalin ist zur Beruhigung von ADHS-Kindern gedacht, auf die meisten Erwachsenen hat es die gegenteilige Wirkung, es weckt auf. Praktisch, wenn Prüfungen und nächtelanges Lernen anstehen. Deshalb wurde es auch unter Studenten so beliebt.

Seit die Szenen auf dem Platzspitz und dem Letten geräumt wurden, war es nicht mehr so einfach, guten Stoff auf der Strasse zu kaufen. Es war auch immer eine Preisfrage. Deshalb sind viele der alteingesessenen Süchtigen inzwischen auf Methadon, der vom Arzt verschriebenen Ersatzdroge für Heroin, dank der sich die Randgruppenmitglieder wieder ins soziale Gefüge einfügen sollen. Die Lust auf den Kick bleibt aber. Deshalb wird schweizweit auf Dormicum und Co. ausgewichen.

Gemütliches Beisammenstehen

Noch hat es sich nicht überall herumgesprochen, dass das Drogen-Eldorado nun in Zürich Oerlikon ist. Einfach so stolpern Drogensuchende nicht über die Gruppe von Leuten, die aussehen wie das Ideal einer multikulturellen Gemeinschaft: Afrikaner, Pakistaner, Iraner, Inder, Tamilen, Schweizer. Zwischen 20 und 50, mehrheitlich gepflegtes Aussehen.

Ein paar sitzen mit Bierdosen in den Händen gemütlich auf den Bänken und unterhalten sich angeregt. Andere stehen in Gruppen zusammen, rauchen Selbstgedrehtes mit oder ohne Gras und geniessen in der warmen Jahreszeit die Abendstunden. Wenn die Kälte über dem Land liegt, treffen sie sich nur noch kurz, um den Deal durchzuziehen. In dieser Jahreszeit sind Schwätzchen auf dem Neumarkt nicht so gemütlich und werden aufs Nötigste limitiert.

Zweimal pro Stunde dreht ein Kastenwagen der Polizei eine Runde auf dem Platz, hält jedoch nicht an, die Platzbesucher lässt man in Ruhe. Gleich hinter den Sitzbänken ist eine grosse WC-Anlage. Würde diese nicht so häufig von den immer gleichen Personen besucht und würden die Schweizer nicht so blass und etwas schäbig daherkommen, die Täuschung einer harmonischen Abendrunde wäre vollkommen.

Handel auf Rundgang abgewickelt

Die Szene hat offenbar dazugelernt. Ausser Alkohol und Hasch – dessen Konsum nicht strafbar ist – wird hier nichts öffentlich gesnifft, geschluckt oder gespritzt. Dafür sind die Toiletten da. Die Leute sind friedlich, es wird nicht offensiv gedealt wie an der Langstrasse, wo einem alle paar Meter ein Entgegenkommender «Koks? Sugar?» zuraunt.

Haben sich Käufer und Verkäufer gefunden, vollziehen sie ihren Handel auf einem kleinen Rundgang. Die meisten anwesenden Dealer haben den Stoff nicht auf sich, sondern irgendwo gebunkert, das heisst an unauffälligen Stellen im Gebüsch oder in der Erde versteckt. Manchmal muss der Interessent auch mit zu einer nahe gelegenen Wohnung.

Fremde werden herzlich aufgenommen – vorausgesetzt, ein Insider stellt sie vor. Sie werden sofort ins Gespräch verwickelt. Da ist der Afrikaner Gyasi*. Gutaussehend, etwa 30 Jahre alt. Er sei seit fünf Jahren in der Schweiz, erzählt er. Spricht ausgezeichnet Deutsch. Er ist jeden Abend auf dem Platz und weiss, wer was anbietet. Selber deale er nicht, beteuert er – «zu gefährlich».

Wenn man ihn nett fragt, führt er einen zur entsprechenden Person und stellt gegenseitig vor. Die Pakistaner, Iraker und Inder bleiben unter sich. Dennoch stösst immer wieder mal ein Schweizer zu ihnen, um ein paar Worte zu wechseln und umgekehrt. Es wird gelacht, gespielt, gedealt. Wer genau wofür hierherkommt, wissen nur die Insider. Man kennt sich.

Dealer vom Rettungsdienst

An einem Abend verteilt eine Gruppe Schweizer Sekt an die umstehenden Freunde. Markus*, der Spender, führt sich auf wie ein Zampano. Als er zum fünften Mal innert einer halben Stunde aufs Klo verschwindet, erklären seine Kumpel, die inzwischen Vertrauen gefasst haben: «Der zieht sich eine Nase Ritalin rein. Wenn er mal so weit ist, kennt er kein Halten mehr. Das kann noch übel enden.»

In der Tat. Markus – sehr gepflegt, teure Markenklamotten, schicker Haarschnitt – wird immer bleicher, lauter und unflätiger. Er schwitzt, als hätte er einen Marathon hinter sich. Hat er ja auch irgendwie, zumindest seine Nase. «Willste was?», lallt er. «Ich kann dir alles, was du willst, gleich da drüben in der Apotheke besorgen. Ich bin Rettungsarzt.» Mal schauen, ob das stimmt. Er zeigt stolz seinen Arztausweis.

Wir verlassen zusammen den Platz. Allerdings nicht in Richtung Apotheke. «Ich hab da noch ein Depot gleich in dem Hinterhof da drüben.» Also weiter in die angegebene Richtung. Bei seinem «Depot» angekommen, will der nette, aber etwas durchgeknallte Rettungsarzt plötzlich kein Geld mehr für die Ware, sondern einen Quickie in der Öffentlichkeit. «Ich brauch dein Geld nicht, ich verdiene selber gut und mein Vater hat so viel Kohle, das interessiert mich nicht. Aber du interessierst mich. Ich geb dir gratis, was du willst, aber nun komm schon her.»

Zum Glück ist er so benebelt von seinem Ritalin, dass er keine wirkliche Gefahr darstellt. Der kleine Hinterhof ist völlig zugewachsen, kein Mensch weit und breit. Also schnell zurück zu den anderen auf dem Platz. Viel erzählen ist nicht nötig, Markus’ Freunde können sich schon denken, was passiert ist.

In der Zwischenzeit hat sich der Platz weiter gefüllt. Während auf der Drogenszene an der Langstrasse nach 18 Uhr kaum noch Stoff von der bekannt miesen Qualität aufzutreiben ist, kommt die Szene in Zürich Oerlikon erst gegen 19 Uhr in die Gänge. Nach einer Stunde Geplänkel ist die Zeit nun reif fürs Geschäft.

«Was suchst du denn?», fragt einer von Markus’ Freunden. Da ich gehört habe, dass in der Szene Unmengen von rezeptpflichtigen und unters Betäubungsmittelgesetz fallenden Schlafmitteln erhältlich sind, mache ich die Probe aufs Exempel. Ich entscheide mich für Dormicum, den aktuell begehrtesten Suchtstoff nach Kokain, Heroin, Ecstasy und Amphetaminen. Die Leute gieren geradezu nach diesen Tabletten.

Fünf Franken für eine Tablette

Kein Problem. Nina* kommt gleich, wissen meine neuen Freunde. Zehn Minuten später taucht eine Frau Mitte vierzig auf, nicht gerade chic, aber auch nicht schäbig gekleidet, mit einer grossen Einkaufstüte. Ich bin nicht die Einzige, die wartet. Nina hat alles dabei: Dormicum, Rohypnol, Valium, Ritalin. «Was kostet ein Dormicum?» Fünf Franken pro Stück.

Die Gruppe geht auf den Spaziergang. Die anderen kaufen zehn bis fünfzig Stück, sie sind natürlich vor mir dran, da ich der Neuling bin. «Kauft ihr gleich den ganzen Monatsvorrat?», witzle ich und ernte erstaunte Blicke. «Was meinst du mit Monatsvorrat?», fragt einer misstrauisch. Sie sind alle plötzlich misstrauisch. Ich bin zu sauber gekleidet und man kennt mich nicht. Und ich weiss zu der Zeit noch nicht, dass Gewohnheitskonsumenten bis zu 20 Tabletten aufs Mal nehmen, weil sie sich so sehr an die Substanz gewöhnt haben.

«Du bist aber kein Lockvogel von den Bullen?», wurde ich schon mehrmals gefragt. Der plötzliche Verdacht, der jetzt während des Deals in der Luft hängt, ist beängstigend. «Ähm, weisst du, ich nehm sonst andere Pillen, bin mich die Blauen nicht gewohnt», winde ich mich raus.

In Ninas Schachtel sind 100 Stück der blau eingefärbten Dormicum. Und das ist längst nicht ihre einzige Schachtel. Nachdem ich mich vom Spitzel-Verdacht befreit habe, sind wir nun nur noch zu zweit. «Woher hast du denn all das Zeug?», will ich von Nina wissen. «Vom Arzt verschrieben.» Interessant. «Kannst du mir sagen, welche von all den Pillen am besten sind? Wozu rätst du mir?»

«Liebes, nimm kein Dormicum»

Zum Glück bin ich Nina sympathisch: «Liebes, nimm lieber kein Dormicum. Wenn du bisher nie genommen hast, fang gar nicht damit an. Die Dinger verwandeln dich in einen Zombie. Unter Einfluss von Dormicum wissen die Leute nicht mehr, was sie tun», meint sie achselzuckend. «Und ein Blackout stellt sich fast mit Sicherheit ein. Du kannst dich an nichts mehr erinnern, was in den letzten fünf bis zehn Stunden passiert ist und was du getan hast.»

Tatsächlich hat mir mal eine Freundin erzählt, ihre Tante hätte ihr ein Dormicum gegeben, weil sie nicht einschlafen konnte. Danach hatte sie ein fünfstündiges Blackout. «Dann würde ich es mir doch lieber nochmal überlegen», sage ich zu Nina. «Kein Problem. Hier hast du meine Nummer. Ruf an, egal was und wie viel du brauchst.»

Nebenverdienst auf Rezept

Während mehrerer Besuche am Neumarkt lerne ich viele solche Geschichten kennen: Die Pillen bekommen alle vom Arzt verschrieben. Viel zu viel, um selber alles konsumieren zu können. Da läge man im Dauer-Koma. Das gibt einen hübschen Nebenverdienst auf Rezept.

Wieso, überlege ich, soll sich jemand das Zeug teuer von der Strasse kaufen, wenn er es ja gleich vom Arzt haben kann? «Wisst ihr einen Arzt, der mir Dormicum verschreibt?», frage ich meine neuen Freunde. Klar. «Da ist Dr. Müller* oder Dr. Resper*, beide gleich hier um die Ecke, die geben dir alles, was du willst. Wenn’s nicht klappen sollte, kann ich dir andere Adressen geben.»

Ebenfalls jeden Abend taucht Karl* auf, eine weitere Grösse der Szene. Nach unzähligen Spaziergängen setzt er sich hin. «Hast du Rohypnol?», frage ich. «Klar, aber wir müssen zu mir nach Hause, hab keine mehr da.» Er scheint weder gewalttätig noch an Körperkontakt interessiert. Ausserdem ist eine Frau bei ihm. In seiner kleinen 1-Zimmer-Wohnung mit überquellenden Müllsäcken, Brandlöchern auf dem Sofa-Überwurf, dem Bettüberzug und dem Laminatboden und überall herumliegenden Haufen Kleidungsstücken lädt er zum Sitzen ein.

Während sie ein «Blaues» mit einem Glasfläschchen auf der Tischplatte pulverisiert, um es gleich darauf die Nase hochzuziehen, macht er sich an seinem Schrank zu schaffen. Ich wusste gar nicht, dass man die Pillen auch schnupfen kann. Über seine Schulter hinweg sehe ich Karls «Bunker». Es sieht aus wie beim Apotheker im Lagerraum, vollgestapelt mit Schachteln Dormicum, Valium, Rohypnol und anderem. «Wow, wo hast du denn all das Zeug her», frage ich. «Hab nen Deal mit einer älteren Apothekerin», meint er augenzwinkernd. «Wir profitieren beide gut davon.» Grinsen. Die zwei Rohypnol, die ich bei ihm gekauft habe, werfe ich in den nächsten Abfalleimer.

Polizei: «Können nicht viel machen»

Auf eine Anfrage bei der Kantonspolizei Zürich heisst es am Telefon bedauernd, die Ärzte dürften das verschreiben, da könne die Polizei nicht viel machen. Die schriftliche Antwort auf die Frage, ob die Polizei von der neuen Szene in Zürich Oerlikon und von der Überschwemmung des Marktes mit von Ärzten verschriebenen Medikamenten wisse: «Wir müssen Sie für Ihre Frage an den Kantonsärztlichen Dienst des Kantons Zürich verweisen. Diese Behörde hat die Aufsicht, wenn es um die Menge der verschreibungspflichtigen Medikamente geht. Das liegt nicht in unserem Zuständigkeitsbereich.»

Anfang 2013 lieferte ein Reporter in Bern den Behörden die Namen von Psychiatern, die Rezepte für bis zu zehn Packungen Dormicum aufs Mal ausstellten und in der Berner Drogenszene als Freunde der Pillensüchtigen einschlägig bekannt sind. Kommentar der Behörden: Die Ärzte haben die Lizenz zum Verschreiben dieser Medikamente. Es liegt in ihrer Verantwortung, diese in der richtigen Menge abzugeben. Eine Grauzone des Gesetzes. Da könne die Polizei nichts machen.

Arzt braucht Bewilligung

Für die Verschreibung und Abgabe von Betäubungsmitteln zur Substitutionsbehandlung von abhängigen Personen braucht ein Arzt gemäss Betäubungsmittelgesetz die Bewilligung des Kantons. Beantragt ein Arzt eine unsinnig hohe Menge, die er seinem Patienten im Rahmen einer betäubungsmittelgestützten Behandlung verschreiben will, interveniert die Gesundheitsdirektion.

Daniel Winter von der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich erklärt: Nicht jede Abgabe von Betäubungsmitteln und psychotropen Stoffen, die unter das Betäubungsmittel-gesetz fallen, müsse gemeldet werden. «Wenn beispielsweise einem Valium-Süchtigen im Rahmen der Behandlung seiner Sucht Valium abgegeben wird, ist das bewilligungspflichtig.»

Wenn der Arzt das Mittel jedoch seinem eigentlichen Zweck entsprechend abgibt, also Valium oder Dormicum wegen Schlaflosigkeit oder Ritalin bei ADHS, dann brauche es weder Antrag noch Bewilligung. «Dies erfahren wir gar nicht», so Winter. «Und wenn jemand ein Medikament, das er von einem Arzt verschrieben erhält, selber nicht nimmt und stattdessen verkauft, dann geschieht das ausserhalb der Zugriffsmöglichkeit der Gesundheitsdirektion. Hier ist die Polizei gefragt.»

Bei Deals, in die Apotheken verstrickt sind, sind der Gesundheitsdirektion ebenfalls die Hände gebunden, weil sie nicht melden müssen, ob und wie viele Betäubungsmittel sie abgeben. Allerdings müssen Apotheken über alle Betäubungsmittelabgaben Buch führen. Die Buchführung wird bei Inspektionen durch die kantonale Heilmittelkontrolle in den Apotheken überprüft; bei Unregelmässigkeiten wird eingeschritten. «In all diesen Fällen können wir nur aktiv werden, wenn wir entsprechende Informationen erhalten. Aber auch dann brauchen wir Beweise, wir müssen die verdächtigte Person mit dem Sachverhalt konfrontieren, und sie hat in jedem Fall Anrecht auf rechtliches Gehör.»

«Polizei weiss sehr wohl davon»

Ein Zürcher Kantonspolizist, der unerkannt bleiben will, gibt zu, dass die Polizei sehr wohl von der Szene in Oerlikon wisse. Im persönlichen Gespräch erklärt er: «Die Leute, von denen Sie da auf dem Marktplatz in Oerlikon sprechen, sind oft Konsumenten. Die wollen wir nicht noch weiter bestrafen. Das sind arme Leute, die ums Überleben kämpfen. Unser Fokus liegt auf den organisierten Banden, die mit Heroin und Kokain in die Schweiz kommen. Diese sind selber keine Konsumenten, sie nützen das Suchtproblem der Süchtigen schamlos aus. Die stehen auf unserer Prioritätenliste ganz oben.» Sollten sie mal einen Deal auch unter den kleinen Konsumenten sehen, würden sie natürlich einschreiten.

Schockierend, wie wenig die Behörden tun können. Obwohl die verdealten Pillen brandgefährlich sind. Obwohl unzählige Konsumenten ausgeknockt, ohne Wissen, Gewissen und Erinnerung durch die Gegend laufen. Obwohl all die Mühen, die Heroinabhängigen mit Methadon von der Strasse zu holen, von den gleichen netten, sich ums Wohl der Patienten sorgenden Doktoren pervertiert werden, indem sie diesen Personen Dormicum, Rohypnol und Valium à discrétion geben. Wie hoch der Verdienst von Ärzten, Apothekern und Arzneimittelfirmen als Handlanger der Drogenszene ist, lässt sich nicht einmal erahnen.

*Alle Namen von der Redaktion geändert

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