Universitätsspital Zürich
Neuer Modulbau als wichtiger Meilenstein zur Gesamterneuerung

Auf dem Gelände des Universitätsspitals Zürich soll ein provisorischer Bau den Betrieb auch während Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten gewährleisten. Die Verantwortlichen bezeichnen den sogenannten Modulbau auch als Meilenstein auf dem langen Weg zur Gesamterneuerung.

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Der Umbau des Zürcher Universitätsspitals startet mit einem 52 Millionen Franken teuren Modulbau.

Der Umbau des Zürcher Universitätsspitals startet mit einem 52 Millionen Franken teuren Modulbau.

Keystone

Auf dem weitläufigen Areal des Universitätsspitals Zürich wird immer irgendwo gebaut. Nun reicht die Baudirektion Anfang April ein Gesuch für einen provisorischen oberirdischen Modulbau und eine dauerhafte unterirdische Technikzentrale im Spitalpark ein.
Gemäss ersten Grobkostenschätzungen betragen die Kosten für den Modulbau rund 52,5 Millionen Franken, für die Technikzentrale 37,5 Millionen Franken, wie Rita Ziegler, Vorsitzende der Spitaldirektion des Universitätsspitals Zürich, am Donnerstag vor den Medien in Zürich ausführte.
Falls die Baubewilligung rechtzeitig vorliegt, kann im Frühling 2013 der Bau starten. Der Bezug von Modulbau und Technikzentrale ist in diesem Fall auf Frühjahr 2015 geplant.
20-jähriges Provisorium

Der Modulbau mit seinem polyvalenten Innenleben wird während der gesamten Erneuerung als temporäre Rochadefläche für Gebäudetrakte dienen, die sich in einem schlechten baulichen Zustand befinden. Als erstes beherbergt er unter anderem drei Intensivstationen.
Einerseits ist er eine rasche Lösung für unmittelbare Probleme, andererseits auch ein wesentlicher Mosaikstein in der rund 20 Jahre dauernden Gesamterneuerung des Universitätsspitals. Deshalb sei die Einreichung des Baugesuchs auch «so eine Art Startschuss zur Gesamterneuerung», sagte Ziegler.
«Stimmige Spitalanlage für alle» braucht noch viele Bewilligungen

Gemäss Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) soll am Ende der Gesamterneuerung «eine in sich stimmige Spitalanlage für alle» da sein. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Investitionen von 2,84 Milliarden Franken vorgesehen. Dazu kommt ein Sanierungsaufwand von 615-750 Millionen Franken in bestehende Infrastruktur.
Damit diese Spitalanlage jedoch überhaupt entstehen kann, sind insbesondere noch zahlreiche planungs- und baurechtlichen Fragen zu klären. Baudirektor Markus Kägi (SVP) ist jedoch zuversichtlich, dass, wenn man alle Beteiligten involviere, am Schluss «alles zusammenpasst und es keine Konflikte gibt».
Als erstes muss zunächst der sogenannte «Masterplan Hochschulgebiet 2005» revidiert werden. Der neue Masterplan 2012 soll einen Gesamtüberblick über die Raumbedürfnisse von Universität, ETH und Unispital geben. Zudem soll auch die Quartierbevölkerung einbezogen werden.
Der «Masterplan Hochschulgebiet 2012» liefert dann die Grundlage für eine Teilrevision des Kantonalen Richtplans. Darüber befinden Kantons- und Bundesrat. Nach der voraussichtlicher Genehmigung im Jahr 2014 kann ein Kantonaler Gestaltungsplan für das Universitätsspital erarbeitet werden.
«Langer und anspruchsvoller Weg»

Der Kantonale Gestaltungsplan enthält Festlegungen zu Neubaubereichen und zum Schutzumfang. Im Hochschul-/Spitalgebiet liegen kantonal, regional und kommunal geschützte Objekte. Dazu gehört beispielsweise auch der Spitalpark, auf den der Modulbau zu stehen kommt.
Der Kantonale Gestaltungsplan ist die baurechtliche Grundlage für Baubewilligungen des Spitals. Gegen den Gestaltungsplan können Rechtsmittel ergriffen werden. Dies könnte bis zu dreijährige Verzögerungen verursachen.
Laut Baudirektor Kägi befindet man sich auf einem «langen und anspruchsvollen Weg». Er zeigte sich jedoch überzeugt, dass die Gesamterneuerung eine städtebauliche Aufwertung und mehr Lebensqualität bringe.