Zürich
Neuer Lebensraum für Amphibien: Stadtrat will alten Fabrikkanal aufwerten

Der Fabrikkanal der Spinnerei Manegg hatte einst der Stromproduktion gedient. Nun sollen Flora und Fauna davon profitieren - der Zürcher Stadtrat beantragt einen Kredit über 12,5 Millionen Franken, um ihn zu erhalten und aufzuwerten.

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Mit wechselseitigen Aufschüttungen sollen im offenen Oberlauf des Kanals neue Lebensräume für Amphibien und Pflanzen entstehen. (Symbolbild)

Mit wechselseitigen Aufschüttungen sollen im offenen Oberlauf des Kanals neue Lebensräume für Amphibien und Pflanzen entstehen. (Symbolbild)

Der Fabrikkanal wird in Leimbach von der Sihl abgezweigt. Er verläuft teils oberirdisch, teils eingedolt zur Manegg und führt von dort unter dem Autobahndreieck hindurch zur Allmend wieder in die Sihl. Während rund 150 Jahren wurde er zur Stromproduktion genutzt, heute ist er ein Entwässerungskanal.

Jetzt verliert der Kanal seine ursprüngliche Funktion auch noch offiziell - das Recht, der Sihl Wasser zur Stromproduktion zu entnehmen, erlischt Ende dieses Jahres. Der Stadtrat von Zürich will den Kanal aber weiterhin erhalten, wie er am Mittwoch mitteilte. Er führt unter anderem denkmalpflegerische Argumente an und verweist auf den naturschützerischen Nutzen.

Neue Lebensräume

Im offenen Oberlauf sollen - mit wechselseitigen Aufschüttungen - neue Lebensräume für Amphibien und Pflanzen entstehen. Der Wasserstand wird so geregelt, dass im Sommer Tümpel entstehen, die im Winter trockengelegt werden. Grün Stadt Zürich erstellt zudem einen zusätzlichen Fussweg, das Tiefbauamt stellt die acht bestehenden Brücken instand oder ersetzt sie.

Der Beginn der Bauarbeiten ist für 2019 vorgesehen, sie sollen bis 2020 andauern. Zuvor muss der Objektkredit aber noch vom Gemeinderat bewilligt werden.