Heute gab nun der Zürcher Stadtrat bekannt, dass er die Veranstaltungsrichtlinien und die dazugehörige Gebührenordnung aus dem Jahr 2007 durch eine neue Version ersetzt hat. Diese regelt unter anderem auch die Frage nach einer möglichen Kostenbeteiligung der die Stadt bei Grossanlässen.

In Einzelfällen könne der Stadtrat neu bei Grossveranstaltungen auf die Verrechnung von Gebühren und Dienstleistungskosten verzichten, schreibt er in einer Medienmitteilung. Denn solche Grossveranstaltungen seien zwar mit einem grossen finanziellen Aufwand und mit Immissionen und Einschränkungen für die Bevölkerung und die Gewerbetreibenden verbunden, hätten jedoch zum Teil auch einen hohen kulturellen Wert und förderten das Image der Stadt Zürich.

Der Stadtrat habe sich bei der Überarbeitung der Richtlinien an keiner bestimmten Veranstaltung wie etwa der Street Parade orientiert, sagt Robert Soos, stellvertretender Kommunikationsleiter des Polizeidepartements auf Anfrage. Man werde nun schauen, wie die Verordnung in der Praxis umgesetzt werde, die auf den 1. Januar 2015 in Kraft tritt. Gesuche um Gebühren- und Kostenerlass seien zusammen mit dem Veranstaltungsbewilligungsgesuch einzureichen.

„Da werden wir auf jeden Fall einen Antrag stellen“, sagt Stefan Epli von der Medienstelle der Street Parade. Der Verein fordere nämlich seit Jahren, dass die Stadt einen Teil der Gebühren erlasse und der Veranstaltung somit unter die Arme greife. Finanziell sei es immer knapp, sagt Epli. Dieses Jahr entstehen noch zusätzliche Kosten, da der 1. August, an dem für die Parade aufgebaut wird, ein Feiertag ist und die Kosten für den Aufbau somit zum Sonn- und Feiertagstarif verrechnet werden. Zudem baue die Leichtathletik-WM, die kurz darauf stattfindet, schon ihr „House of Switzerland“ auf dem Sechseläutenplatz auf, wodurch sich die zwei Veranstaltungen ins Gehege kommen. Zudem ist der Erfolg der Streetparade sehr wetterabhängig: Bei schlechtem Wetter mit entsprechend weniger Besuchern sinken auch die Einnahmen. „Uns stehen zwei schwierige Jahre bevor“, so Epli. Nächstes Jahr wird nämlich auch noch die Quaibrücke umgebaut. Hilfe von der Stadt wäre also mehr als willkommen. (fwa)