Friedhöfe
Neue Regelungen für Grabsteine im Kanton Zürich

Grabmale auf Zürcher Friedhöfen müssen nicht mehr unbedingt aus Naturstein, Holz oder Bronze sein. Eine neue Grabmalverordnung lässt auch Kunststeine oder Kunststoff zu. Zudem darf auf dem Stein auch ein Foto des Verstorbenen angebracht werden.

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Jetzt im Kanton Zürich erlaubt: Ein Friedhof mit Grabmälern aus verschiedenen Materialien (Archiv)

Jetzt im Kanton Zürich erlaubt: Ein Friedhof mit Grabmälern aus verschiedenen Materialien (Archiv)

Keystone

Christine Süssmann, Leiterin der Fachstelle Friedhof- und Grabmalkultur, bestätigte am Freitag eine Meldung des «Tages- Anzeigers», wonach die neue Grabmalverordnung zum 1. September in Kraft treten wird. Viele Menschen empfänden Friedhöfe als «zu uniform, zu monoton», erklärt sie. Die Friedhöfe in Zürich seien oft «soldatenfriedhofartig», dem wolle man entgegenwirken. Allerdings muss auch künftig jedes Grabmal bewilligt werden.

Alle Farben und Materialien

Mit der alten Verordnung von 1986 verschwindet eine ganze Reihe von Einschränkungen. Dazu gehörte nicht nur, dass nur Naturstein, Hartholz, Schmiedeeisen und Bronze als Material zugelassen waren. Der Stein musste auch noch von «unauffälliger farblicher Tönung» sein. Auffällige Steine sind bisher nicht erlaubt. Das werde sich ändern, sagt Süssmann. Künftig seien alle Farben und Materialien möglich. Nicht zulässig seien weiterhin auf Hochglanz polierte Steine – aber falls nur ein Teil des Steins so bearbeitet sei, könne das genehmigt werden.

Sollte sich herausstellen, dass viele Hinterbliebene auf Hochglanz polierte Steine wünschten, könne man später die Vorschriften anpassen. Das sei nämlich das Gute an der neuen Verordnung: Der Stadtrat setze mit ihr Leitlinien, die Einzelheiten würden in einer Richtlinie geregelt. Änderungen dieser Richtlinie könne nun das Bevölkerungsamt veranlassen. Darüber müsse nicht mehr der Stadtrat befinden.

Eher wolle man bei solchen Details die Zusammenarbeit mit den Herstellern der Grabmale pflegen. Diese waren bisher in der Grabmalkommission vertreten, die ab 1917 zusammen mit dem Grabmalsachverständigen die Anträge für die Grabmäler begutachtete. Später war diese Kommission nur noch Rekursinstanz und wurde seit 1990 nie mehr angerufen. Deshalb wird sie jetzt ersatzlos gestrichen.