Zürich
Neue Räume am bisherigen Standort soll Kongresshaus attraktiv machen

Bei der geplanten Renovation des heutigen Kongresshauses soll auch ein sanfter Umbau vorgenommen werden. Da schaffe Platz und Zürich bleibe attraktive Kongressstadt, sagt die Betriebsgesellschaft des Kongresshauses.

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Das Kongresshaus in Zürich (Archiv)

Das Kongresshaus in Zürich (Archiv)

Limmattaler Zeitung

Die verkorkste Situation rund um ein neues Kongresshaus in Zürich soll entkrampft werden. Deshalb schlägt die Betriebsgesellschaft des Kongresshauses vor, während der geplanten Renovation des alten Hauses auch einen sanften Umbau vorzunehmen. Dadurch gebe es neue Räume am alten Ort, und Zürich bleibe als attraktive Kongressstadt erhalten.

Die Betriebsgesellschaft (BG), welche das denkmalgeschützte Kongresshaus von der städtischen Kongresshaus-Stiftung gemietet hat, schlägt drei wesentliche Änderungen vor: Der "wenig attraktive Panoramasaal" aus den 1980er-Jahren soll durch einen neuen, unterteilbaren Saal ersetzt werden.

"Dessen genaue Lage soll nach architektonischen und betrieblichen Kriterien festgelegt werden", sagte Stephan Netzle, Präsident des BG-Verwaltungsrates, am Montag vor den Medien in Zürich.

Über dem neu erstellten Panoramasaal sollen ein neues, öffentliches Restaurant "mit herrlicher Aussicht" und einige "dringend benötigte" kleinere Tagungsräume erstellt werden. Die beiden bisherigen Restaurants auf Strassenebene sollen in Tagungsräume umgewandelt werden.

Die Kosten für die Erweiterung schätzt Netzle auf rund 30 Millionen Franken. Die BG würde sich mit "um die 10 Millionen Franken" daran beteiligen. Entscheiden müssen darüber jedoch die über 1000 Aktionärinnen und Aktionäre.

Tonhalle nicht beeinträchtigt

Beginnen soll der Umbau des über 70-jährigen Kongresshauses und der über 115-jährigen Tonhalle nach den Festwochen 2016. Die Wiedereröffnung der aneinandergebauten Häuser ist für Herbst 2017 vorgesehen.

Kosten soll die Sanierung um die 80 Millionen Franken. Die Abstimmung findet voraussichtlich im Herbst 2015 statt. Wie und wo die Summe für den Erweiterungsbau eingebracht wird, ist noch unklar.

Gemäss Netzle ist es wichtig, dass der Betrieb der Tonhalle von den Erweiterungsarbeiten nicht beeinträchtigt wird. Dies wäre nicht der Fall, wenn diese während der Sanierungsarbeiten durchgeführt werden könnten. Der Zeitplan ist "sportlich, aber realisierbar", wie Netzle sagte.

Gemäss Netzle schliesst das Erweiterungsprojekt einen späteren Entscheid über ein zusätzliches Kongresszentrum für grosse Kongresse mit über 1500 Teilnehmern keineswegs aus. Für die BG, deren Mietvertrag 2014 ausläuft, sei es jedoch wichtig, vor dem Beginn neuer Verhandlungen aufzuzeigen, was man brauche, um mittelfristig eine Perspektive zu haben.

Potenzial am See

Norbert Bolinger, Direktor der Betriebsgesellschaft Kongresshaus Zürich AG, zeigte sich überzeugt, dass mit der baulichen Aufwertung Zürich bezüglich Standort und Infrastruktur wieder mit anderen Kongressstädten gleichziehen könne.

Der attraktive Standort am See und die Nähe zur Altstadt seien wesentliche Pluspunkte. Dies zeige auch eine Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI). Diese attestiere dem Haus am See Potenzial für eine langfristige Nutzung.

Unbestritten ist, dass die Infrastruktur des Kongresshauses Zürich den Ansprüchen an einen modernen Kongressbetrieb nicht mehr genügt. Dennoch ist die Suche nach einem neuen Standort für ein noch zu erstellendes Kongresszentrum nicht wesentlich weiter als 2008 nach der verlorenen Abstimmung über einen Neubau (Moneo-Projekt) am bestehenden Ort.