Betrug
Neue Masche: So hauen Betrüger Jugendliche mit Handyverträgen übers Ohr

Mit dem Versprechen von schnellem Geld werden vor allem Jugendliche übers Ohr gehauen. Sie schliessen für die Betrüger Handyverträge ab und bleiben danach auf den Rechnungen sitzen. Ein Opfer schildert seine Erlebnisse.

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Trickbetrüger überreden Jugendliche zum Kauf von Handys. (Symbolbild)

Trickbetrüger überreden Jugendliche zum Kauf von Handys. (Symbolbild)

Keystone

Seit einigen Monaten werden vermehrt Jugendliche Opfer von Trickbetrügern. Die Täter suchen gezielt Personen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren und überreden diese, Handyverträge gegen Bezahlung abzuschliessen. Da sie die Verträge jedoch nicht – wie versprochen – auf sich überschreiben, bleiben die Betrogenen auf den Vertragsverpflichtungen sitzen.

Auch Alex wurde Opfer eines solchen Trickbetrügers. Was besonders perfide ist: In seinem Fall hat ihn ein Kollege übers Ohr gehauen. Mit falschen Versprechen vom schnellen Geld wird er zum Kauf von mehreren Handys überredet.

Bei verschiedenen Mobilfunkanbietern unterschreibt der junge Mann insgesamt neun Handyaboverträge, wofür ihm sein Kollege 500 Franken gibt und die Handys und Verträge anschliessend an sich nimmt.

"Er hat garantiert, dass er die Verträge auf seinen Namen überschreiben wird", sagt Alex zu "TeleZüri". Das tut er jedoch nie. Während Alex so auf den neun teuren Handyverträgen sitzen bleibt, kann sein Kollege die neuen Handys weiterverkaufen und so Gewinn scheffeln.

Kosten von bis zu 50'000 Franken

Wie Philipp Schläpfer, Mitarbeiter der Kriminalprävention Stadtpolizei Zürich, vorrechnet, können die Kosten der Aboverträge, welche der Provider einem jungen Erwachsenen in Rechnung stellt, horrende Höhen erreichen: "Pro Gerät belaufen sich die Kosten schnell auf zwischen 2000 und 4000 Franken über 24 Monate. Rechnet man diese Zahl auf zehn Geräte hoch mit maximaler Aboverpflichtung müssen die Opfer mit Rechnungsbeträgen von insgesamt bis zu 50'000 Franken rechnen."

"Ich laufe ständig umher und habe Panik, nach Hause zu kommen und eine Rechnung in der Höhe von 2000 Franken im Briefkasten liegen zu haben", sagt Alex, welcher aus Angst, der Betrüger könnte ihm etwas antun, anonym bleiben will.

Der Stadtpolizei sind rund zwei Dutzend solcher Fälle bekannt, in welchen junge Erwachsene - wie Alex - auf die Betrugsmasche hereinfielen. Mit einer Präventionskampagne wird versucht, die Jugendlichen zu sensibilisieren, allerdings sei es schwierig, diese gezielt zu erreichen. Aus diesem Grund arbeiten sie eng mit der Jugendarbeit zusammen.