Will eine Fluggesellschaft den Flughafen Zürich bedienen, so hat sie für jede Maschine Start- und Landegebühren zu entrichten. Diese werden lärm- und tageszeitabhängig erhoben und alimentieren den Lärmfonds des Flughafens (AZNF - Airport Zurich Noise Fund). Daraus finanziert er Lärmschutzmassnahmen, Entschädigungen und dergleichen.

Jedes Flugzeug ist in eine Lärmklasse eingeteilt: Die teuerste Klasse 1 für die lautesten, die gebührenfreie Klasse 5 für die leisesten Maschinen. Die Einteilung erfolgt aufgrund von Messungen. Der Durchschnittswert ergibt als Basis die Klasse 3, wie Anton Kohler, Sprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) am Freitag zur Nachrichtenagentur sda sagte.

Die Gebühren stellen eine wirksame Lenkungsgebühr hin zu leiseren Maschinen dar. Aber: Setzen die Fluggesellschaften immer leisere Flugzeuge ein, so rücken diese in immer günstigere Klassen vor - es fliesst weniger Geld in den Fonds. Deshalb wird die Einteilung von Zeit zu Zeit angepasst. Dies ist jetzt wieder auf den 1. April der Fall, wie Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling sagte.

Zukunft von "Lärmfünfliber" ungewiss

Weitere Mittel gelangen via den so genannten "Lärmfünfliber" in den Fonds. Eingeführt wurde die Pauschale für Flugpassagiere als Mitverursacher von Fluglärm laut Zöchling im Jahr 2001. Damals betrug sie 3.50 Franken. 2003 wurde sie auf 5 Franken pro Charter- und Linienflug-Passagier angehoben.

BAZL-Sprecher Kohler bestätigte eine Meldung der "Neuen Zürcher Zeitung" ("NZZ"), wonach die Zukunft der Pauschale ungewiss sei. Zwar hat das Zürcher Kantonsparlament im September 2011 ein Postulat für eine Verdoppelung der Abgabe überwiesen. Die Gebühr darf aber nur erhoben werden, solange die Mittel im Fonds für die Verpflichtungen nicht ausreichen.

Genügend Mittel

Laut Flughafensprecherin Zöchling geht der Flughafen von Aufwendungen in der Höhe von insgesamt rund 740 Millionen Franken für die verschiedenen Lärmverpflichtungen aus. Laufend fielen Ausgaben an, einiges sei deshalb schon bezahlt.

Mitte 2012 waren gemäss der Flughafensprecherin 477 Millionen Franken im Fonds. Zum Tilgen der heute bekannten Aufwendungen bis Ende 2013 reiche das. Später müsse man wieder schauen. Ob die Passagierpauschale reduziert oder abgeschafft oder sistiert und später, wenn nötig, wieder erhoben wird, ist deshalb noch unklar.

Klar ist laut Zöchling, dass diese Pauschale keine Lenkungswirkung hat: Die Passagiere müssen sie entrichten, ob sie in einem leisen oder einem lauten Flugzeug sitzen, ob spätabends oder tagsüber.

Gegen die vom Bund genehmigte Neuregelung der Lärmgebühren kann laut Kohler noch Einsprache beim Bundesverwaltungsgericht erhoben werden. Es dürften nicht viele sein, so Kohler, denn die Einsprecher müssten von den Gebühren betroffen sein. Und beispielsweise Fluglärmgegner seien dies nicht.