Wohnungsmarkt Zürich
Neue Beratungsstelle für kaufwillige Mieter als Schweizer Novum

Ein neuartiger Player spielt mit im Stadtzürcher Wohnungsmarkt: «Aproprio», eine Beratungsstelle für Mieterinnen und Mieter, die ohne kommerzielle Absichten Wohneigentum erwerben wollen. Die Stiftung PWG betreibt die Stelle vorerst als Versuch.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Die Zielgruppen von «Aproprio» sind klar umrissen, wie es in einer Mitteilung der PWG vom Dienstag heisst: Erstens wendet sie sich an Mietende, deren Wohnhaus verkauft werden soll, und die zusammen mit anderen Bewohnern die Immobilie erwerben wollen.

Zweitens können Mietende Rat holen, die mit anderen zusammen ein anderes als ihr Wohnhaus kaufen wollen. Und drittens können sich Eigentümer beraten lassen, die ihr Haus der Mieterschaft verkaufen wollen. Erst wenn die Kaufabsichten nach einem kostenlosen Erstgespräch konkret werden, verlangt die Beratungsstelle eine Aufwandentschädigung.

Im Auftrag der Stadt Zürich

Immer wieder werden Mieterinnen und Mieter mit Verkaufsabsichten des Vermieters konfrontiert. Viele haben dann zwar durchaus Kaufinteresse, nicht aber das nötige Know-how, um rasch reagieren zu können. Das Ende ist häufig die Wohnungskündigung. Hausgemeinschaften, die sich über Jahre hin gebildet haben, werden auseinander gerissen.

Den Auftrag an die Stiftung PWG, eine entsprechende Beratungsstelle zu schaffen, erteilte der Stadtrat im Zusammenhang mit seinem Programm «Wohnen». Die Stelle ist ab sofort aktiv.

Die Stadt Zürich unterstützt die Beratungsstelle mit jährlich 150'000 Franken. Vorerst läuft ein dreijähriger Pilotversuch. Ist dieser abgelaufen, wird über eine definitive Einführung entschieden.