Hotel Atlantis
Nächste Runde im «Atlantis»-Streit: Studenten müssen wohl raus

Das juristische Gezerre um die Zwischennutzung des einstigen Zürcher Luxushotels Atlantis geht in die nächste Runde: Gemäss dem Zürcher Baurekursgericht ist die Vermietung von Zimmern an Studierende nicht zulässig.

Merken
Drucken
Teilen
Das Hotel Atlantis (Archiv)

Das Hotel Atlantis (Archiv)

Keystone

Das Baurekursgericht hat eine Beschwerde der Eigentümerin Neue Hotel Atlantis AG gegen einen Bezirksratsentscheid abgewiesen, wie ein Sprecher der AG, Maurice Desiderato, eine Meldung in der Freitagsausgabe der Pendlerzeitung «20 Minuten» bestätigte. Den Gerichtsentscheid müsse man nun genau analysieren und erst dann über einen allfälligen Weiterzug ans kantonale Verwaltungsgericht entscheiden. Dazu werde man die 30-tägige Frist ausnutzen, sagte Desiderato. Die Neue Hotel Atlantis AG werde alle «Optionen abklären».

Im ehemaligen Hotel will die Eigentümerin Eigentumswohnungen erstellen. Bis alle juristischen Hürden genommen sind, erfolgt eine Zwischennutzung: Seit einigen Monaten werden 140 Zimmer günstig an Studierende vermietet.

Hindernis «Lex Koller»

Stein des Anstosses ist das Besitzverhältnis: Die Hotel-Eignerin Neue Hotel Atlantis AG mit Sitz in Zürich ist nämlich eine Tochter der Rosebud Hotels Holding SA mit Sitz in Luxemburg. Damit gilt die Besitzerin des Hotels letztlich als ausländische juristische Person, wie Bezirksrat Mathis Kläntschi im Zusammenhang mit dem Entscheid der Behörde im Februar der sda erklärt hatte.

Für den Bezirksrat hat die aktuelle Nutzung nichts mit «hotelmässigen Dienstleistungen» zu tun. Eine solche wäre auch für eine ausländische Gesellschaft nicht bewilligungspflichtig. Die aktuelle Zwischennutzung sei aber eine «gewerbsmässige Vermietung von Wohnraum» - und diese unterliegt der «Lex Koller», ist also bewilligungspflichtig.

Einfache aber teure Lösung

An sich gäbe es laut Bezirksrat einen einfachen Trick, um die Auseinandersetzung aus der Welt zu schaffen: Die Anteile der neuen Hotel Atlantis AG müssten statt von der Rosebud von Schweizern gehalten werden. Wirtschaftlich betrachtet sei die AG ja schon in Besitz von Schweizer Bürgern.

Der Haken an dieser einfach scheinenden Lösung sind die Kosten: Die Verschiebung der AG-Anteile ins Privatvermögen der AG-Besitzer käme einer Handänderung gleich. Und damit würden möglicherweise Steuerforderungen ins Haus flattern.

Das Hotel Atlantis war Ende der 1960er Jahre erbaut worden. Das Fünfsternehaus wurde Ende Oktober 2004 geschlossen und stand lange leer. Zwischen Anfang 2009 und Mitte 2010 wurde das Hotel von der Stadt als Unterkunft für rund 200 Asylsuchende genutzt. Im Herbst 2010 lebten vorübergehend Besetzer darin. Seit Dezember 2010 wird es zimmerweise an Studierende vermietet. (sda)