Stadion Zürich
Nachspielzeit im Architekturwettbewerb um Zürcher Fussball-Stadion

Die Vorschläge aus dem Architekturwettbewerb für ein neues Fussball-Stadion in Zürich sind alle zu teuer. Drei favorisierte Teams müssen in die Verlängerung und ihr Projekt noch einmal überarbeiten. Eröffnet werden soll das Stadion trotzdem Mitte 2017.

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Schön, aber auch schön weit vom Fussballplatz entfernt. Das Stadion Letzigrund ist nur für die Leichtathletik konzipiert. Frühestens in fünf Jahren soll das neue Fussballstadion stehen.keystone

Schön, aber auch schön weit vom Fussballplatz entfernt. Das Stadion Letzigrund ist nur für die Leichtathletik konzipiert. Frühestens in fünf Jahren soll das neue Fussballstadion stehen.keystone

150 Millionen Franken - ohne Reserven und Teuerung - darf das neue Fussballstadion auf dem Hardturmareal gemäss Zürcher Stadtrat kosten. Sämtliche seit Oktober 2011 eingereichten Projekte waren deutlich über diesem Kostenziel, heisst es in einer Mitteilung des Zürcher Hochbaudepartements vom Mittwoch.

Hochbauvorsteher André Odermatt hatte den teilnehmenden Teams beim Wettbewerbsstart mitgegeben, dass sie kein Stadion bauen sollten, um in den Architekturhimmel zu kommen, sondern um die Fans, Fussballer und Betreiber des Stadion glücklich zu machen.

Drei Teams wurden nun ausgewählt für eine Überarbeitung ihres Projekts, um die Kosten zu senken. Sowohl für die Jury als auch für die Öffentlichkeit bleiben deren Namen aber weiterhin anonym.

«Nachspielzeit lohnt sich»

Es gehe nicht nur um die einmaligen Erstellungskosten, respektive den Betrag, über den das Stimmvolk befinden muss, heisst es in der Mitteilung weiter. Es gehe vor allem um einen sorgfältigen Einbezug der Nachhaltigkeit. Im Mittelpunkt steht gemäss Stadtrat die Frage, in welchem Verhältnis Erstellungskosten zu späteren Betriebs- und Unterhaltskosten stehen.

Bis Mitte August haben die Architekturteams nun Zeit, ihre Vorschläge zu überarbeiten. Im Herbst wird die Jury nochmals zusammenkommen, um das Siegerteam zu küren. Der Stadtrat zeigt sich überzeugt, dass «sich diese Nachspielzeit lohnt» und das Fussballstadion wie geplant Mitte 2017 eröffnet werden kann.

Vorgesehen ist ein Stadion mit insgesamt 19'000 Plätzen. Für nationale Spiele etwa sind 12'400 Sitz- und 6600 Stehplätze geplant. Für internationale Partien können die Rampen zu einem reinen Sitzplatz-Stadion mit 16'000 Plätzen umgebaut werden. Je 3300 Stehplätze sind für die Heimkurven von GC und FCZ reserviert.

Wohnungen für kinderreiche Familien

Unmittelbar neben dem Stadion sollen 160 kostengünstige Wohnungen entstehen. Den Wettbewerb für dieses Projekt gewann das Zürcher Architekturbüro Bob Gysin + Partner AG (BGP), wie das Hochbaudepartement weiter mitteilte. 62 Teams waren angetreten, um den Zuschlag für diese städtische Wohnsiedlung zu bekommen.

BGP Architekten hätten mit einem funktionalen Projekt von hoher architektonischer Qualität überzeugt, schreibt die Stadt. Zudem habe der Vorschlag bei der Kostenprognose am günstigsten abgeschnitten.

Ein Drittel der Wohnungen wird die Stiftung für kinderreiche Familien übernehmen. Der Wohnungsmix in Zürich-West werde durch die kommunale Siedlung bereichert. Geplant sind dort auch Gewerberäume, ein Kindergarten sowie ein Hort.