Ursprünglich war der Kanton Luzern als Gastkanton geladen - aber er gab den Zürchern einen Korb: Zu teuer, zu viele andere ähnliche Auftritte, lautete die Begründung. Dann wurde Liechtenstein eingeladen, als erstes Gastland im Zug der Zünfte mitzumarschieren. Auch hier kam eine Absage. Zur teuer, schlechte Stimmung in Parlament und Volk, hiess es aus Vaduz.

Jetzt springt also der Kanton Zürich in die Bresche und holt aus allen vier Sprachregionen je eine Bergregion mit ins Boot. Man fühle sich keineswegs als Lückenbüsser, versicherte Regierungssprecherin Cristina Casanova auf Anfrage. Es sei nicht relevant, was vorher gewesen sei. Wichtig sei jetzt, den Auftritt zusammen mit den Bergregionen zu nutzen.

Das Zentralkomitee der Zünfte Zürichs (ZZZ) ist offensichtlich erleichtert, dass es nun doch noch klappt. Man sei "hoch erfreut über diese Variante der Weiterführung des 1991 eingeführten Konzepts der Gastkantone am Sechseläuten".

Zürich ist im übrigen nicht zum ersten Mal Gastkanton. Schon 1998 war dies der Fall. Anlass war damals, dass 200 Jahre zuvor die Landgemeinden die Vorherrschaft der Stadt abgeschüttelt hatten.

Solidarität im Zentrum

Im Mittelpunkt des Auftritts des Kantons Zürich steht dessen "Solidarität mit Kantonen, Regionen und Gemeinden aller Landesteile der Schweiz", wie es in der Mitteilung heisst. Dieses Thema werde zusammen mit der Schweizer Patenschaft für Bergregionen konkretisiert.

Aus jeder Schweizer Sprachregion wird eine Bergregion einbezogen, samt den Zürcher Patengemeinden oder anderen Institutionen aus dem Kanton Zürich, die sich in den jeweiligen Gebieten in Projekten engagieren. Bezahlt wird die Zürcher Sechseläutenteilnahme aus dem Lotteriefonds. Das Kostendach liegt bei 350'000 Franken.