Zürich
Nach Widerstand: Podium mit AfD-Politiker Marc Jongen abgesagt

Der deutsche AfD-Politiker wurde zu einem Podiumsgespräch ins Theaterhaus Gassneralle eingeladen. Dagegen regte sich jedoch solch grosser Widerstand, dass die Veranstalter den Auftritt von Marc Jongen absagten - aus Sicherheitsgründen.

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Die Haltung des Philosoph Marc Jongen gilt als umstritten. Keystone

Die Haltung des Philosoph Marc Jongen gilt als umstritten. Keystone

KEYSTONE

Das Theaterhaus Gessneralle lud Marc Jongen am 17. März zu einer offenen Diskussionsrunde ein. Unter dem Titel «Die neue Avantgarde» sollte er auf einem Podium mit Vertretern der SVP und der Operation Libero diskutieren. Marc Jongen ist Philosoph und Vordenker der umstrittenen deutschen Rechtspartei (AfD).

Die Einladung löste in der Kulturszene einen Proteststurm aus: Das Theater startete daraufhin eine öffentliche Diskussion, ob man Jongen wieder ausladen sollte. Auch Marc Jongen äusserte sich in der Limmattaler Zeitung zur Debatte: «Es ist ein groteskes Schauspiel: Leute, die behaupten, sie seien Demokraten, rufen zur Verhinderung einer freien Diskussion auf. Ich hoffe nur, dass die Verantstalter nicht völlig einknicken und das Podium absagen».

Nun ist es entschieden: Die Veranstaltung im Theaterhaus wurde gestern Abend abgesagt, wie die NZZ heute schreibt. Diffamierungen, persönliche Beleidigungen und Erpressung seien die Beweggründe ihres Entscheids gewesen, schreiben die Veranstalter in einer Mitteilung. Klar ist, das Podium galt nach den heftigen Drohungen als Sicherheitsrisiko. Die Veranstaltung hätte wohl nur mit einem zusätzlichen Sicherheitsaufgebot über die Bühne gehen können.

Mitinitiant Jörg Scheller ist über die Vorfälle entsetzt, wie die NZZ schreibt. «Indem man Diskussionen verhindert, erreicht man nur, dass sich die Leute in Filterblasen zurückziehen und sich radikalisieren», so Scheller.