Tempo 36 statt 48 gilt neu etwa bei der Haltestelle Neugut in Wallisellen. Dort starb vergangene Woche ein zwölfjähriges Mädchen auf dem Velo bei einer Kollision mit einem Tram der Glatttalbahn.

Die Geschwindigkeit drosseln müssen die Trams auch in Dübendorf in der Nähe des Bahnhofs Stettbach. Dort war Mitte Juni bei der Kreuzung Zürich-/Hochbordstrasse ein 16-jähriger Velofahrer beim Zusammenstoss mit einem Tram schwer verletzt worden.

Tino Kunz, Leiter Marketing und Kommunikation bei den Verkehrsbetrieben Glatttal (VBG) bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur sda eine Meldung von Radio Energy vom Dienstag.

"Was wir selber und sofort machen können, haben wir heute umgesetzt", sagte Kunz gegenüber der sda. Man habe noch vor dem Erhalt des Untersuchungsbericht gehandelt. Doch die VBG wird weitere Sicherheitsmassnahmen umsetzen.

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4.7.2017: Junge Velofahrerin stirbt nach Kollision mit Tram

Bereits im Herbst zwei Schranken

Die Verantwortlichen haben ein Schrankenprojekt initiiert, das aktuell fünf Kreuzungen betrifft. Eine Schrankenanlage wurde in Wallisellen bereits in Betrieb genommen. Zwei Schrankenanlagen sollen nun im Herbst dieses Jahres folgen.

Zusätzlich sollen bei den Haltestellen Licht-Warnsignale tiefer angebracht werden, damit der Langsamverkehr wie Fussgänger und Velofahrer sie besser wahrnehmen kann. Dafür reicht die VBG diesen Herbst ein Sondergesuch beim Bundesamt für Verkehr ein.

Schon durchgeführt werden regelmässig Sensibilisierungskampagnen mit Flyern, Plakaten und Blachen. An gewissen Stellen der Flughofstrasse wurden auch Warnschilder aufgestellt. "Wir haben anhand von Trampelpfaden, die das Tramtrassee queren, gesehen, wo Jogger und Hundebesitzer die Gleise überschreiten", sagt Kunz.

Mehr Sicherheit an der Flughofstrasse

Schwerpunkt der Sicherheitsmassnahmen ist die Flughofstrasse in Opfikon. Hier sollen drei von fünf Anlagen gebaut werden. Höchste Priorität haben die Kreuzungen Flughof-/Riethofstrasse sowie Flughof-/Rohrstrasse. Dort ist es laut Kunz häufig zu Vorfällen gekommen. Noch in diesem Herbst werden dort Schranken installiert.

Im Frühling 2018 folgt dann eine Schranke an der Kreuzung Flughof-/Europastrasse. Beim fünften Schwerpunkt, der Kreuzung Ring-/Neugutstrasse in Dübendorf kommt aus verkehrstechnischen Gründen keine Schranke in Frage. Die VBG sucht derzeit intensiv nach Alternativen.

In diesen fünf Bereichen des Netzes der Glatttalbahn gilt bis zur Installierung der Schranken die reduzierte Geschwindigkeit von 36 Kilometern pro Stunde.

Ob an den beiden Stellen, an denen jüngst die jungen Velofahrer verunfallten, ebenfalls Schrankenanlagen installiert werden, wird geprüft.

Die Kosten für den Bau der Schranken übernehmen der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) und die VBG. Für den Unterhalt kommt der Strasseneigentümer auf. Pro Schranke belaufen sich die Kosten total auf 500’000 bis 800'000 Franken. Weitere bauliche sowie kommunikative Massnahmen werden ebenfalls von VBG und ZVV übernommen.

Die Glattalbahn wurde im Dezember 2008 eingeweiht. Seither ist es zu zahlreichen Unfällen gekommen, darunter vier tödlichen. Am ersten Tag nach der Einweihung war ein Velofahrer mit einem Tram der Glattalbahn kollidiert.