Flüchtlinge
Nach tödlichem Brand: Es bleibt bei reduziertem Brandschutz in drei Zürcher Asylunterkünften

Drei Asylunterkünfte im Kanton Zürich werden weiterhin mit reduziertem Brandschutz betrieben. Um Engpässe bei der Unterbringung von Asylsuchenden zu vermeiden, gelten für sie temporär gelockerte Vorschriften.

Drucken
Teilen
Hier im Bild: Das Zimmer von vier Jungesellen in der Asylunterkunft Birmensdorf.

Hier im Bild: Das Zimmer von vier Jungesellen in der Asylunterkunft Birmensdorf.

Annika Bütschi

Zwei dieser Unterkünfte werden von Gemeinden betrieben, eine vom Bund. Der Kanton selbst betreibt keine Unterkünfte mit gelockerten Vorschriften, wie die Regierung am Donnerstag in einer Antwort auf eine Anfrage von SP, AL und EVP schrieb.

Die unterirdische kantonale Notunterkunft in Urdorf entspreche den ordentlichen Schutzvorschriften, versicherte die Exekutive. Die Brandschutzbestimmungen wurden im Dezember 2015 schweizweit gelockert, als Plätze für Asylsuchende knapp wurden. Die befristete Lockerung wurde im März 2017 bis Ende 2019 verlängert. Laut der Regierung handelt es sich um eine befristete Ausnahmebestimmung.

Um die Sicherheit der Asylsuchenden in Anlagen mit gelockerten Vorschriften zu gewährleisten, wurden zusätzliche Auflagen erlassen. So ist bei unterirdischen Anlagen mit gelockertem Brandschutz eine Dauerwache aus mindestens zwei Personen vorgeschrieben.

Hintergrund der Anfrage ist ein Brand in Solothurn im letzten November, bei dem sieben Asylsuchende starben, darunter drei Kinder. Das Unglück ereignete sich aber nicht in einer Asylunterkunft, sondern in einem älteren Haus mit Wohnungen. Der Kanton hatte dort zwei Stockwerke für die Unterbringung von Asylsuchenden gemietet.

Der tödliche Grossbrand in Solothurn:

In einem Mehrfamilienhaus an der Wengistrasse 40 in Solothurn brannte es in der Nacht auf Montag, 26.November 2018.
12 Bilder
In dem Gebäude befanden sich zu diesem Zeitpunkt 20 Personen, die grösstenteils mit Hilfe der Feuerwehr aus dem Haus gebracht wurden.
Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot im Einsatz.
Starke Rauchentwicklung
Sechs Personen starben in dieser Nacht, ein weiteres Kind erlag später seinen Verletzungen im Spital.
Der Kanton Solothurn hatte 2018 im Haus zwei Stockwerke für die Unterbringung von Asylsuchenden angemietet.
Im Haus gab es keine Rauchmelder

In einem Mehrfamilienhaus an der Wengistrasse 40 in Solothurn brannte es in der Nacht auf Montag, 26.November 2018.

Kapo SO

Aktuelle Nachrichten