Die Terroranschläge von Paris machen sich auch beim Zürcher Hallenstadion bemerkbar. Das sagte Hallenstadion-Direktor Felix Frei gestern anlässlich einer Medienkonferenz zum Geschäftsgang des letzten Jahres. Die Zeiten einzelner Stichproben gehören der Vergangenheit an. Heute werde beim Zugang genauer kontrolliert. «Inzwischen schauen wir den Damen auch im VIP-Bereich ins Handtäschchen», sagte Frei. Das habe man früher nicht gemacht. Und das Bedürfnis nach Sicherheit dürfte sich weiter auswirken. Für diesen Sommer ist eine komplette Erneuerung der Videoüberwachung geplant.

Ausländische Veranstalter gehen noch weiter: Die Anschutz Entertainment Group, die unter anderem die O2-Arena in London betreibt, rüstet ihre sämtlichen Stadien mit Metalldetektoren aus, wie von Frei zu erfahren war. Das könnte früher oder später auch dem Hallenstadion blühen, weil andernfalls namhafte Bands auf ihren Welttourneen einen Bogen um Zürich machen könnten.

Neben der Digitalisierung der Videoüberwachung stehen für dieses Jahr weitere Investitionen an. So soll das Licht in der Arena zu 100 Prozent auf LED umgestellt werden – Frei sprach von einem europaweit einzigartigen Projekt. Die neue Beleuchtung ist der AG Hallenstadion zwei Millionen Franken wert.

Neue Loge für 60 Personen

Der dritte Brocken betrifft für mehr als eine Million Franken die Aufwertung des VIP-Bereichs. 15 der aktuell 20 Logen à 12 Plätze bleiben erhalten. Sie werden von Dauermietern genutzt. Die übrigen 5 Logen werden zu einer einzigen Grossloge mit dem Namen «StarLounge» umgebaut. Sie bietet Platz für 60 Personen. Einerseits soll diese Loge für Einzelanlässe vermietet werden, andererseits will die AG Hallenstadion den «StarLounge»-Club ins Leben rufen. Wer Mitglied werden will, muss pro Jahr rund 12 000 Franken auf den Tisch blättern. Dafür ist er oder sie an 20 so genannten Topanlässen pro Jahr zu Gast in der «StarLounge». Die Grossloge soll nach der Sommerpause eröffnet werden.

Rückblickend auf das Geschäftsjahr 2015 sprach der Hallenstadion-Direktor von einem guten Ergebnis. Unter dem Strich blieb bei einem Ertrag von knapp 21,4 Millionen Franken ein Gewinn von etwas weniger als 0,9 Millionen Franken. Der Ertrag ist gegenüber dem Vorjahr (22,8 Mio.) etwas gesunken. Der Gewinn bewegt sich in einem ähnlichen Rahmen wie in den Vorjahren.

Mit 124 Eventtagen ist die Auslastung etwas gesunken. 978 000 Personen haben 2015 die verschiedenen Veranstaltungen im Hallenstadion besucht. Die AG Hallenstadion wird für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende von fünf Franken pro Aktie ausschütten.

Konkurrenz nimmt zu

Frei strich heraus, dass das Hallenstadion im Ranking unter den Arenen mit einer Kapazität von 10 000 bis
15 000 Zuschauern weltweit den ersten Rang belege. «In den letzten Jahren ist der Markt kompetitiver geworden», sagte der Hallenstadion-Direktor gleichzeitig. In England und Irland seien verschiedene Hallen gebaut worden und in Kopenhagen entstehe derzeit eine Arena.

Auch in der Schweiz wachse die Konkurrenz. Beispielsweise mit der Eventarena in Dübendorf (5000 Plätze), dem Kongresszentrum in Zürich, das vermutlich saniert werde – am 5. Juni steht die Abstimmung an – und dem Ausbau des St. Jakob-Stadions in Basel, das die Kapazität von 9000 auf 12 000 Plätze erhöht. Gleichzeitig nehme die Zahl der Bands, welche Stadien füllen könnten, nicht zu.

2015 war für Frei das Konzert von Madonna die grösste Enttäuschung. Der Ticket-Verkauf sei noch schlechter gelaufen, als die negativsten Voraussagen erwarten liessen. «Madonna muss ihre Fans mit ihren letzten Konzerten im Letzigrund und in Dübendorf nachhaltig verärgert haben.» Besonders positiv hat Frei die vielen Heimspiele der ZSC-Lions in Erinnerung.