Protestaktion
Nach Sprayereien: ZHdK-Leitung schliesst Anzeige nicht aus

Der Rektor der Kunsthochschule hält es für schwierig, die Täter der Sprayer-Attacke ausfindig zu machen.

Florian Niedermann
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Im siebten Stock der ZHdK verschmierten Vandalen Wände, Böden und Türen.
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Die Vandalen protestieren gegen die Schulleitung.
Im siebten Stock der ZHdK verschmierten Vandalen Wände, Böden und Türen.
Im siebten Stock der ZHdK verschmierten Vandalen Wände, Böden und Türen.
Im siebten Stock der ZHdK verschmierten Vandalen Wände, Böden und Türen.
Sprayereien in ZHdK
Im siebten Stock der ZHdK verschmierten Vandalen Wände, Böden und Türen.
Im siebten Stock der ZHdK verschmierten Vandalen Wände, Böden und Türen.
Im siebten Stock der ZHdK verschmierten Vandalen Wände, Böden und Türen.

Im siebten Stock der ZHdK verschmierten Vandalen Wände, Böden und Türen.

Florian Niedermann

Der Vandalenakt einiger Studierender der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) sorgte für Aufsehen. Am Wochenende wüteten sie mit Spraydosen in den Korridoren im siebten Stock des Neubaus auf dem Toni-Areal. Neben Wänden, wo künstlerische Eingriffe teilweise erlaubt sind, wurden auch Böden und selbst Türrahmen in Mitleidenschaft gezogen. Dies aus Protest gegen Änderungen, die sich bei der räumlichen Zusammenlegung der verschiedenen Studiengänge ergeben haben (die Limmattaler Zeitung berichtete). Die Schulleitung drohte den Tätern in einem internen Mail an die Studierenden disziplinarische Sanktionen an. Wie sich nun zeigt, schliesst Schuldirektor Thomas D. Meier gar eine Strafanzeige nicht aus.

Dass es in dieser Sache nicht bei schulinternen Strafen gegen die bisher noch unbekannten Vandalen bleiben soll, deutete der Studierendenrat in einer Medienmitteilung zum Vorfall vom Wochenende an, die er am Dienstagabend veröffentlichte. Vandalismus und Zerstörung fremden Eigentums seien im Grundsatz abzulehnen, schrieben die Studierendenvertreter darin. Doch sollten aufgrund der strafrechtlichen Relevanz die Ursachen nicht vernachlässigt werden, die zur Protestaktion geführt haben. Die Reaktion der Verwaltungsdirektion konzentriere sich allerdings «ausschliesslich» auf die strafrechtliche Komponente, hiess es in der Stellungnahme weiter.

Schuldirektor schwächt ab

Studierendenrats-Mitglied Clifford Bruckmann sagt dazu: «An einer gemeinsamen Sitzung vom Montag hat Schulrektor Meier mitgeteilt, dass eine Strafanzeige gegen die Urheber der Sprayereien geprüft werde.» Meier selbst relativiert auf Anfrage, dass «vorerst ein Disziplinarverfahren eingeleitet werden soll», sich die Hochschulleitung jedoch «vorbehält, Strafantrag zu stellen». Ob es tatsächlich dazu kommt, hält er jedoch für fraglich: «Wir müssen erst herausfinden, wer dahintersteckt. Was schwierig werden könnte», so Meier. Und eigentlich habe die ZHdK kein Interesse daran, dass Studierende nach ihrem Abschluss mit einem Eintrag im Strafregister dastehen, fügt er an.

Der Zeitpunkt der Farbattacke war nicht zufällig gewählt: Heute Donnerstag findet die Vernissage der diesjährigen Diplomausstellung der ZHdK statt. Die Hochschulleitung hat daher Anfang Woche veranlasst, dass die betroffenen öffentlichen Korridore wieder weiss gestrichen werden. In verschiedenen Medien war gestern zu lesen, dass sie diese Bereiche, in denen teilweise Abschlussarbeiten präsentiert werden, bewachen lasse, damit sie auch weiss bleiben. Rektor Meier relativiert auch dies: «Wir haben bei der Sicherheitsfirma, die das Gebäude auch sonst bewacht, für die Dauer der Ausstellung einfach etwas mehr Personal bestellt.» Was «etwas mehr» bedeutet, konnte er nicht präzisieren.

Gestern fand zudem auch eine Sitzung der Hochschulleitung mit Studierendenvertretern statt, an der neue Spielregeln für künstlerische Interventionen im Gebäude besprochen wurden. Dabei habe sich die Hochschulleitung mit den Studierenden «weitgehend konsensuell» auf die wichtigsten Eckpunkte einigen können, sagte Meier nach der Sitzung. Festgelegt wurde dabei etwa, dass die Wände in den nur mit Badge zugänglichen Korridoren künftig für künstlerische Eingriffe zur freien Verfügung stehen, die öffentlich zugänglichen Bereiche hingegen nur mit Erlaubnis der Hochschulleitung. Die bearbeiteten Wände werden gemäss den neuen Regeln einmal jährlich frisch gestrichen – wenn ein Departement ein sich dort befindliches Werk bewahren möchte, so kann es dies anmelden.