Zürich
Nach Schirm-Flop auf Sechseläutenplatz: Sonnensegel beschatten Münsterhof

Auf dem neu gestalteten Münsterhof beim Zürcher Fraumünster sind vier Sonnensegel als temporäres Kunstwerk installiert worden.

Andreas Heer
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Die Sonnensegel der Künstlerin Claudia Comte flattern bis am 19. September über dem Münsterhof.

Die Sonnensegel der Künstlerin Claudia Comte flattern bis am 19. September über dem Münsterhof.

KEYSTONE

Der Münsterhof solle als Kulturplatz positioniert werden, heisst es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung des Stadtzürcher Tiefbau- und Entsorgungsamtes. Das Nutzungskonzept des einst vor allem mit Autos zugestellten Platzes sieht auch temporäre Kunstprojekte vor.

Für das erste dieser Projekte hat Claudia Comte vier grossformatige Sonnensegel konzipiert, die die geometrischen Muster der Pflästerung des Platzes aufnehmen und «als konzentrische Kreisfragmente auf zehn bis zwölf Meter Höhe wiedergeben», wie es in der Mitteilung heisst. Der Titel des Kunstwerks lautet «Black and White Circles in the Sky».

Als zentrales Element plant die Künstlerin in der Platzmitte ein kreisrundes Sitzmöbel mit einem Durchmesser von zehn Metern. Dieses Element wird von Privaten finanziert.

Bessere Aufenthaltsqualität

«Die Synthese von urbanistischer Analyse, Alltagstauglichkeit und künstlerischer Umsetzung» hätten ihn begeistert, wird Christoph Doswald von der städtischen Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum in der Mitteilung zitiert.

Laut Lorenz Schmid, Präsident der Vereinigung Münsterhof, dient die Aktion nicht nur dazu, den Münsterhof als Zürichs Kunstplatz zu positionieren. Sie verbessere auch die Aufenthaltsqualität «substanziell».

Das Konzept habe ihn «ästhetisch, künstlerisch und von der praktischen Seite her überzeugt», sagte Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP). Sonnensegel und Sitzmöbel böten den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, auch an warmen Spätsommertagen noch auf dem Münsterhof zu verweilen.

Es ist zu hoffen, dass die Sonnensegel dem Wetter besser standhalten als die Sonnenschirme, die das städtische Tiefbauamt kürzlich auf dem Sechseläutenplatz installiert hatte. Die 20 Schirme mussten kurz nach der Präsentation wieder demontiert werden: Sie hielten bereits schwachem Wind nicht stand. Die Stadt hat eine Mängelrüge beim Hersteller erhoben und will den Kauf der 40 000 Franken teuren Schirme rückgängig machen. (sda)