Als «gelungenes Gemeinschaftswerk» bezeichnete der Richterswiler Gemeindepräsident Hans Jörg Huber damals den 1,6 Kilometer langen Seeuferweg zwischen Richterswil und Wädenswil. Dieser ist am 4. Mai 2013 offiziell eingeweiht worden. 7,6 Millionen Franken wurden dafür investiert – der weitaus grösste Teil davon vom Kanton. Jetzt sind bereits grössere Schäden entstanden. Zwischen dem Kiesweg und den aufgeschütteten Steinblöcken am Riff klaffen Löcher, der Weg bröckelt. «Für die Schäden verantwortlich ist der Wellenschlag», sagt Thomas Maag von der Baudirektion des Kantons Zürich. Mit den Wellen müsse man zwar rechnen, «so kurz nach der Einweihung kommen die Schäden aber wirklich unerwartet», räumt Maag ein.

Reparaturen im Winter

Die Stellen sind inzwischen mit rot-weissen Bauschranken abgesperrt. «Erst haben wir gedacht, die Schäden könnten schnell behoben werden, haben dann aber gemerkt, dass die Reparaturen aufwendiger sind als angenommen», sagt Maag. Ein Ingenieurbüro untersuche nun die Gründe der überraschend früh aufgetretenen Abtragungen und erarbeite eine Lösung. Diese soll im Herbst vorliegen. «Geplant ist, die Schäden im Winter zu beheben, wenn weniger Leute den Weg benutzen und keine Fische laichen.»

Heini Hauser, Bauvorstand und Stadtrat von Wädenswil, legt das Augenmerk indes auf die Nutzbarkeit des Weges: «Die Löcher sind nicht tragisch. Die Leute können den Uferweg weiterhin normal nutzen.» Das sei ihm persönlich am wichtigsten.

Für die Spaziergänger haben die Schäden also soweit keine Einschränkungen zur Folge. Unklar ist hingegen, wie lange die Bauarbeiten im Winter andauern werden und welche finanziellen Konsequenzen diese nach sich ziehen. Da der Kanton für den ¬betrieblichen Unterhalt zuständig ist, muss er die anfallenden Mehrkosten übernehmen: «Zu den Kosten und zur Dauer der notwendigen Bauarbeiten können wir zum heutigen Zeitpunkt nichts sagen», meint Maag. Erst müssten die genauen Ursachen untersucht werden und dann eine mögliche Lösung vorliegen. Alles Weitere werde sich zu gegebener Zeit zeigen. Die Instandhaltung des Uferwegs fällt ins Gesamtbudget des kantonalen Tiefbauamts und habe nichts mit dem Betrag zu tun, den der Kanton ab 2017 jährlich für die Erstellung von Uferwegen zu budgetieren hat, versichert Maag. Anfang April sind die neuen Regeln für den Bau von Uferwegen in Kraft getreten. Sechs Millionen Franken budgetiert der Kanton jährlich für den Bau von Uferwegen, mindestens zwei Drittel davon für diejenigen am Zürichsee.