Nach sechs Jahren Pause hat die City Vereinigung Zürich wieder eine Aktion auf die Beine gestellt. Letztmals, im Sommer 2009, platzierte sie riesige bunte Töpfe in der Innenstadt. Davor gestaltete sie den öffentlichen Raum mit Plastik-Teddys (2005), Bänken (2001), Kühen (1998) und Löwen (1986). Die Vereinigung, die verschiedene Strassen- und Quartiervereinigungen sowie Branchen- und Berufsverbände vertritt, spricht von einer langen Tradition, die Hunderttausende Touristen nach Zürich lockte und mittlerweile von anderen Städten kopiert werde.

Mit dem Sommerfestival 2015 lässt die Vereinigung nun erstmals Fassaden, Kamine und Deckenflächen bespielen. «Aufsehen» lautet denn auch der Titel der Aktion, die den Blick auf die Etagen und Flächen über den Schaufenstern und Auslagen lenken soll.

Zürcher Sommerfestival sorgt für Aufsehen

Zürcher Sommerfestival sorgt für Aufsehen

30 verschiedene Werke

«Wir haben etwas Neues wagen wollen», sagt Milan Prenosil, seit 2009 Präsident der City Vereinigung. Ziel sei es gewesen, eine andere Perspektive der Stadt zu zeigen, sie anders zu inszenieren. «Und zwar so, dass die Leute Plausch daran haben, aber auch darüber diskutieren.»

Der Dachverband versucht dies mit insgesamt 30 künstlerischen Arbeiten, die ab Donnerstag und bis zum 6. September zwischen Hauptbahnhof und Bellevue sowie in den angrenzenden Stadtkreisen 2, 4 und 5 gezeigt werden. Rund 4 Millionen Franken gibt die Vereinigung aus. Beauftragt hat sie Schweizer und internationale Künstler.

Das Berliner Künstlerkollektiv eBoy zeigt beispielsweise detailreiche Pixelbilder auf den Deckenflächen im Untergeschoss des Zürcher Hauptbahnhofs. Und im Technopark präsentiert der Amerikaner Jason Hackenwerth seine Skulptur. Aus 15 000 miteinander verbundenen Ballonen schafft er ein riesiges, sich bewegendes und letztlich auch vergängliches Kunstwerk.

Farbenfroh sind auch die vier Abluftkamine des City-Parkings an der Gessnerallee. Ute Lennartz-Lembeck und Pirkko Nidecker haben mit über 200 Strickerinnen aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Finnland eine Hülle gestrickt – und die Arbeit mit Botschaften von Menschen aus aller Welt versehen. Eine andere Fassade, jene des Migros City, wird derweil zum «einarmigen Banditen». Die Fenster werden zu Spielfeldern, die sich über einen grossen Hebel bewegen lassen.

Überblick in einer App

Über der Bahnhofstrasse prangen Porträts von historischen Persönlichkeiten, die Grosses für die Luxusmeile geleistet haben, darunter Alfred Escher, Arnold Bürkli und Adolf Grieder. Und auch die Turmkappe der Sternwarte Urania soll Aufsehen erregen, dank den spitzen Ohren von Mr. Spock aus Raumschiff Enterprise.

Die App «Aufsehen» sowie die Website www.aufsehen-züri.ch geben einen Überblick über die Standorte und Hintergründe der 30 Projekte. Einige sind schon heute zu sehen, andere werden die Zürcher Innenstadt in den kommenden Tagen und Wochen beleben.