Die Stadt wollte ursprünglich das von der städtischen Kulturförderung seit gut zehn Jahren betriebene Literaturmuseum im Strauhof 2015 schliessen und darin das Junge Literaturlabor JULL eröffnen. Literaturausstellungen sollten über die ganze Stadt verstreut werden.

Nach heftiger Kritik aus dem In- und Ausland sowie von Stadtzürcher Politikern überarbeitete die Stadt ihre Standortpläne. Das Literaturmuseum Strauhof blieb am alten Standort, erhielt aber mit dem Verein "Literaturmuseum Zürich" eine private Trägerschaft.

Das "neue" Literaturmuseum Strauhof blicke auf eine erfolgreiche Pilotphase zurück, teilte der Stadtrat mit. Die Pilotphase zeige aber, dass die bestehende gute Leistung mit den bisherigen Mitteln nicht auf Dauer haltbar ist.

Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat deshalb, die jährlichen städtischen Betriebsbeiträge an den Verein "Literaturmuseum Zürich" für die Zeit von Juli 2018 bis Juni 2022 um 50'000 Franken auf 475'000 Franken zu erhöhen. Zudem soll die Stadt weiterhin die Miete inklusive Unterhalt und Reinigung zahlen. Dies sind jährlich 234'372 Franken.

Längerer Pilotbetrieb für JULL

Das Junge Literaturlabor JULL sollte ursprünglich in den Strauhof ziehen, später wurde man im ehemaligen Museum Bärengasse fündig. Wegen Verzögerungen beim Bärengasse-Umbau konnte das JULL aber erst im Spätherbst 2015 starten.

Im JULL treten Schülerinnen und Schüler zwischen zehn und achtzehn Jahren in einen literarischen Austausch mit Autorinnen und Autoren. Gemäss Mitteilung der Stadt profitieren beide Seite davon. Um aussagekräftigere Daten zu erhalten, soll die Pilotphase bis Sommer 2021 verlängert werden.

Der Betriebsbeitrag von heute jährlich 425'000 Franken soll dabei für die Jahre 2019 und 2020 um je 50'000 Franken pro Jahr gesenkt werden. Der Erlass der Miete inklusive Unterhalt und Reinigung von jährlich 123'712 Franken soll weitergeführt werden. Dies beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat.