Bülach
Nach Einsprachen: Jagdschiessanlage nimmt auf dem Papier Form an

Die kantonale Baudirektion ist den Kritikern der geplanten Jagdschiessanlage "Widstud" in Bülach beim neuen Gestaltungsplan in einigen Punkten entgegengekommen. So müssen die Büchsenmacherei und das Restaurant mit weniger Fläche auskommen.

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Der Standort der geplanten Jagdschiessanlage Widstud in Bülach

Der Standort der geplanten Jagdschiessanlage Widstud in Bülach

Zur Verfügung gestellt

Damit sich die Bauten besser in die Landschaft einfügen, wird die zulässige Gebäudehöhe reduziert. Gegen die geplante Jagdschiessanlage bei der heutigen Kiesgrube "Widstud" in Bülach sind während der öffentlichen Auflage insgesamt 19 Einwendungen von Gemeinden, Organisationen und Privaten eingegangen, wie die Baudirektion am Freitag mitteilte. Einige dieser Einwendungen hätten ganz oder zumindest teilweise berücksichtigt werden können, heisst es in der entsprechenden Verfügung.

Im nun festgesetzten Gestaltungsplan sind die Flächen der Büchsenmacherei von 1200 auf 600 Quadratmeter sowie jene des Restaurants von 1000 auf 500 Quadratmeter halbiert worden. Zudem dürfen die Schiessanlagen nicht über den Grubenrand reichen - mit Ausnahme von Lärmschutz- und Sicherheitseinrichtungen.

Der 300-Meter-Schiesstunnel muss neu vollständig mit Erde bedeckt werden. Er verschwindet damit vollständig unter dem Boden. Die zusätzlichen Anliegen zum Umweltschutz seien berücksichtigt worden, schreibt die Baudirektion.

Diese betreffen etwa die Verwendung schadstoffarmer Produkte. Zudem müssen die Kugelfänge dem neusten Stand der Technik entsprechen. Die vorsorgliche Überwachung von Boden und Grundwasser seien berücksichtigt worden. Noch geprüft werden laut Mitteilung die Möglichkeiten einer nachhaltigen Energienutzung.

Zürcher Jäger haben Priorität

Das Betriebsreglement sowie die Anforderungen an die Lärmüberwachung wird die Baudirektion in Abstimmung mit der Stadt Bülach erarbeiten.

An der eingeschränkten Mitbenützung der Anlage durch Sportschützen hält die Baudirektion fest. Auch sind auch Jäger aus anderen Kantonen grundsätzlich zugelassen, die Benutzung durch jene aus dem Kanton Zürich hat jedoch "Priorität", wie es im Gestaltungsplan heisst.

Auf die Kugel- und Schrotanlagen im Freien kann nach Ansicht der Baudirektion nicht verzichtet werden. Diese müssten jedoch so erstellt werden, dass die Lärmschutzverordnung eingehalten werde. Zudem habe die Baudirektion die Betriebszeiten der Aussenanlagen am Abend und an Samstagen gegenüber den ursprünglichen Vorschriften weiter eingeschränkt.

Der Gestaltungsplan liegt nun während 30 Tagen öffentlich auf. Sobald er rechtskräftig ist, kann eine künftige Betreibergesellschaft ein Baugesuch einreichen und mit dem Bau der Anlage beginnen. Die Baudirektion rechnet damit, dass die Anlage im Jahr 2018 den Betrieb aufnehmen kann.