Seegräben
Nach Druck aus Bevölkerung: Jucker Farm muss nachträglich Gesuch stellen

Die Jucker Farm in Seegräben muss für das laufende Strohpuppenfestival nachträglich ein Bewilligungsgesuch einreichen. Zudem will der Gemeinderat mit einer Verordnung Massenveranstaltungen am Pfäffikersee einschränken.

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Martin Jucker betreibt in Seegräben ob dem Pfäffikersee den Erlebnisbauernhof der Jucker Farm AG. Kürbis, Hofladen, Bauernhof

Martin Jucker betreibt in Seegräben ob dem Pfäffikersee den Erlebnisbauernhof der Jucker Farm AG. Kürbis, Hofladen, Bauernhof

Matthias Scharrer

Die vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen würden im laufenden Jahr durchgesetzt, heisst es in einer Mitteilung des Gemeinderates vom Dienstag. Konkret heisst das: Für Massenveranstaltungen muss künftig in jedem Fall eine Bewilligung eingeholt werden.

Die Jucker Farm AG war laut dem Gemeinderat bereits im Frühjahr 2013 aufgefordert worden, für die Kürbisausstellung eine entsprechende Bewilligung einzuholen. Am Montagabend habe nun die bisher umstrittene Bewilligungspflicht geklärt werden können.

Die Jucker Farm AG akzeptiert die Forderung der Gemeinde. Sie ersucht nun nachträglich um Bewilligung für das laufende Strohpuppenfestival, wie der Gemeinderat schreibt und der Betreiber der Farm, Martin Jucker, bestätigte.

Neue Verordnung für Massenveranstaltungen

Die Stimmberechtigten sollen überdies noch im laufenden Jahr über eine Einschränkung von Massenveranstaltungen in Seegräben entscheiden können. Der Gemeinderat will eine entsprechende Verordnung zur Abstimmung vorlegen.

Bezüglich Emmissionen bei Veranstaltungen will der Gemeinderat zudem verstärkt das Verursacherprinzip anwenden. Die Kosten für die Eindämmung von Emissionen sollen soweit als möglich auf die Verursacher überwälzt werden.

Die Jucker Farm hat in den vergangenen Jahren vor allem mit ihrer Kürbisausstellung im Herbst überregionale Bekanntheit erlangt. Mit dem zunehmenden Erfolg häuften sich jedoch die Klagen aus der Bevölkerung.

Probleme bereitet laut Gemeinderat nicht bloss der motorisierte Verkehr, sondern auch die Massen von Fussgängern, die jeweils zur Jucker Farm pilgern.

Bevölkerung setzt Druck auf

Eskaliert sei die Stimmung im vergangenen Herbst, heisst es in der Mitteilung. Fast pausenlos sei der Gemeinderat von entnervten Bewohnern aufgefordert worden, dem Treiben endlich Einhalt zu gebieten.

Aktiv werden konnte der Gemeinderat nach eigenen Angaben jedoch erst mit der im Frühsommer von der Gemeindeversammlung verabschiedeten Polizeiverordnung. Gemäss dieser Verordnung sind Veranstaltungen bewilligungspflichtig, die erheblichen Mehrverkehr verursachen, mehr als drei Tage dauern und über die gesamte Veranstaltungsdauer mehr als 500 Personen anziehen.

Der Gemeinderat wolle innovativen Betrieben wie der Jucker Farm AG zwar die Möglichkeit zur Entfaltung geben. Er verlange jedoch von Erholungssuchenden und Veranstaltern, dass sie den Interessen der Anwohner und der Natur angemessen Rechnung tragen.

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