Limmatputzete
Nach drei Jahren ist es wieder soweit: 70 Taucher fischen nach Abfall

Die Grossaktion findet immer dann statt, wenn der Betrieb schon stillsteht.Eine Vorschau auf den morgigen Anlass.

Lina Giusto
Drucken
Teilen
Taucher übergeben ein mit Moos und Muscheln bedecktes Fahrrad den Helfern im Weidling.

Taucher übergeben ein mit Moos und Muscheln bedecktes Fahrrad den Helfern im Weidling.

Stadtpolizei Zürich

Alle drei Jahre wieder. Zumindest trifft das auf die Limmatputzete in der Stadt Zürich zu. Rund 70 Taucher und 130 freiwillige Helfer säubern diesen Samstag den Fluss von der Quai- bis zur Rudolf-Brun-Brücke. Letztere war der Startpunkt der Putzete 2013. Damals wurde die Limmat bis zur Kornhausbrücke vom Abfall befreit.

Und dabei kam wahrlich Wunderliches zum Vorschein. Die Taucher befreiten den Flussgrund von einem «grossen, schweren Tresor», wie Michael Wirz, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, sagt. Und einigem mehr: So kamen vier Stereoanlagen, eine Zeitungsbox, 51 Fahrräder, ein Gartentisch, eine Stier-Statue, eine Lichtmaschine, mehreren Einkaufswägen, Autopneus und diverse Kredit- und Kumuluskarten, aber auch Baustellen-Absperrungen an die Wasseroberfläche.

Der aber wohl aufsehenerregendste Fund war eine Pump-Action und 30 Schuss Munition. Die spätere Überprüfung der Schusswaffe im Forensischen Institut Zürich ergab keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit einem Delikt. Insgesamt fischten die Taucher vor drei Jahren mehrere Tonnen Abfall aus dem Fluss.

Helfende Hände und Flossen

«Ohne die Mitwirkung der Vereine und Organisation wäre die Putzete nicht möglich. Es ist eine Gemeinschaftsaktion», so Wirz. Neben der Stadtpolizei Zürich wirken der Limmat-Club Zürich, der Sportfischerverein Zürich, der Schweizerische Unterwasser-Sport-Verband, die Kantonsschule Enge, Entsorgung + Recycling Zürich, die Zürcher Pontoniere, aber auch die Asylorganisation Zürich mit.

Der aber wohl prominenteste Partner an der diesjährigen Limmatputzete ist die Comicfigur Globi. «Diese Zusammenarbeit ergab sich zufällig», erklärt Wirz den Grund für den bekannten Botschafter. Im jüngsten Buch «Globi und der Goldraub» wurde auf zwei Seiten die Limmatputzete illustriert. Laut Wirz eine gute Gelegenheit, Familien und Kinder für Umweltthemen zu sensibilisieren. Neben spannenden Informationen können Interessierte vom Limmatquai aus den ein Dutzend Weidlingen auf der Limmat zu schauen, wie sie die Beute der Taucher ans Ufer ziehen.

Wenn die Anlässe vorbei sind

Und zwar ab 10 Uhr morgens. Dann wassert die erste Staffel zur Säuberung. Der Abschnitt zwischen Quai- und Rudolf-Brun-Brücke ist in drei Sektoren eingeteilt. Auf jedem dieser Abschnitte sind jeweils 24 Taucher in Zweierteams auf dem Grund der Limmat unterwegs. Jedes dieser Teams wird von zwei Ruderern auf dem Weidling begleitet. Zwei weitere Helfer auf dem Boot ziehen die gefundene Beute aus dem Wasser. Nach Ende des Tauchgangs liefern diese den Abfall in den Mulden entlang des Limmatquais ab. Das Spektakel kann bis 14.30 Uhr beobachtet werden.

Für die Taucher gab es im Vorfeld der Putzete eine öffentliche Ausschreibung für die Teilnahme. Diese ist mit klaren Auflagen verbunden. «Die Taucher brauchen mindestens 50 Tauchgänge und Flusserfahrung sowie eine fluss- und kaltwassertaugliche Ausrüstung», erklärt Stadtpolizei-Sprecher Wirz. Die Sicherheit stehe an oberster Stelle und werde jährlich überarbeitet. Seit 1971 läuft die Putzete ungefähr gleich ab. Jeweils im Spätherbst machen sich Taucher an die Arbeit, den Fluss zu reinigen. Dann, wenn die grossen Sommeranlässe – wie die Street Parade und das Züri-Fest – vorbei sind und auch die Limmatschifffahrt bereits ihren Betrieb eingewintert hat.

Die Limmatputzete findet am Samstag, 5. November, von 10 bis 14.30 Uhr zwischen der Quaibrücke und der Rudolf-Brun-Brücke statt.