Zürich
Nach der Seilbahn-Euphorie: Grünliberale haben visionäre Pläne für die Dolderbahn

Zwei Zürcher Grünliberale schlagen vor, die Dolderbahn bis zum Bahnhof Stadelhofen und zum Zoo zu verlängern. Die VBZ stimmt der Vorschlag eher skeptisch.

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Zirka alle zehn Minuten fährt die Zahnradbahn ab Römerhof bis zur Bergstation Dolder.

Zirka alle zehn Minuten fährt die Zahnradbahn ab Römerhof bis zur Bergstation Dolder.

Keystone

Die Seilbahn-Euphorie, welche Ende März eine Mehrheit im Zürcher Gemeinderat ergriffen hatte, scheint erst der Anfang zu sein. Nun schwebt zwei Grünliberalen ein neues Verkehrsprojekt vor: Die Gemeinderäte Sven Sobernheim und Ann-Catherine Nabholz fordern in einem Postulat den Stadtrat auf, zu prüfen, wie die Dolderbahn besser in das Angebot der VBZ und des ZVV eingebunden werden kann.

"Dabei soll insbesondere geprüft werden, ob eine Verlängerung an den Bahnhof Stadelhofen und in den Zoo sinnvoll und finanzierbar sei", schreiben die Gemeinderäte in ihrem Postulat. Auch Alternativen wie eine Zahnradbahn nach Vorbild der Lausanner Metro können sich die beiden und ihre vier Mitunterzeichnenden vorstellen.

Verlängerung könnte öV optimieren

Im regionalen Richtplan sind drei mögliche Seilbahn-Strecken eingetragen: zwischen Wollishofen und Tiefenbrunnen über das Seebecken, zwischen der ETH Hönggerberg und dem Bahnhof Altstetten sowie eine Bahn vom Bahnhof Tiefenbrunnen zum Balgrist. Alle drei Vorschläge waren im Zürcher Gemeinderat mehrheitsfähig. Die Grünliberalen Politiker argumentieren ihren Vorstoss damit, dass im regionalen Richtplan jedoch vor allem "bestehende Schmuckstücke mit Ausbaupotenzial wie die Dolderbahn" in Vergessenheit geraten seien.

Mit relativ einfachen Streckenerweiterungen könnte diese zum Zürcher Zoo und zum Bahnhof Stadelhofen verlängert werden und in Folge die öV-Verbindungen optimieren, glauben die Politiker. Ausserdem könnte eine Verlängerung auch als Alternative zur Zooseilbahn dienen, welche durch Beschwerden ins Stocken geraten sei.

Weniger begeistert klingt es aus den VBZ-Reihen. Mediensprecher Andreas Uhl bezeichnet den Vorstoss gemäss "Tagesanzeiger" als "wenig realistisch". Auch die Erschliessung des Zoos lasse sich damit kaum zufriedenstellend lösen.